Im rätselhaften Rizin-Fall von Pietracatella im süditalienischen Molise liefern die Ermittler neue Erkenntnisse. Die toxikologischen Untersuchungen bestätigten eine hohe Belastung mit Rizin-Toxinen. <BR /><BR />Bei Antonella Di Ielsi wurden 722 Nanogramm pro Milliliter im Blut festgestellt, bei ihrer Tochter 630 Nanogramm pro Milliliter. Die Werte seien mit einer akuten Vergiftung durch Rizin vereinbar. Ein spezielles Gegenmittel gegen Rizin steht in der medizinischen Praxis nicht zur Verfügung. Dennoch lassen die Gutachter die Frage offen, ob eine frühere oder intensivere medizinische Betreuung den Tod hätte verhindern können. <BR /><BR />Diese Einschätzung hält nun die Vorwürfe gegen die fünf Ärzte des Krankenhauses Cardarelli in Campobasso weiterhin aufrecht. Ihnen wird vorgeworfen, die Symptome nicht richtig erkannt und die Erkrankung zunächst als Magen-Darm-Infektion eingeordnet zu haben.<BR /><BR />Die Staatsanwaltschaft Larino ermittelt weiterhin wegen des Verdachts <BR />eines vorsätzlichen Doppelmordes gegen Unbekannt. Gleichzeitig wird geprüft, ob die medizinische Versorgung der beiden Verstorbenen <BR />ausreichend war und ob eine andere Behandlung den Verlauf hätte <BR />beeinflussen können. Woher das Rizin stammte und wie die Substanz in den Körper der Familie gelangte, ist weiterhin Gegenstand der <BR />Ermittlungen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1336278_image" /></div> <BR /><BR />Das 838 Seiten umfassende Gutachten, das der Staatsanwaltschaft in Larino vorliegt, geht davon aus, dass Mutter und Tochter die Substanz <BR />vermutlich zwischen dem 23. und 24. Dezember 2025 zu sich nahmen. <BR />Erste Beschwerden traten am Morgen des 25. Dezember auf. Die Mutter <BR />litt unter Übelkeit und starkem Erbrechen, kurze Zeit später zeigte <BR />auch die 15-Jährige ähnliche Symptome. Auch Ehemann und Vater Gianni Di Vita hatte gleichzeitig gesundheitliche Beschwerden. Die 19-jährige Tochter Alice blieb nach bisherigen Erkenntnissen verschont.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1336281_image" /></div> <BR /><BR />Deutsche Spezialisten unterstützen indes die italienischen <BR />Ermittler. Weitere Untersuchungen im Ort Pietracatella sollen <BR />voraussichtlich Anfang August stattfinden. Parallel dazu werden am <BR />Robert Koch-Institut in Berlin biologische Proben der beiden <BR />Todesopfer sowie Blutproben der Angehörigen untersucht.