Der Fall verdeutlicht nach Einschätzung der Ermittler die Schwierigkeiten, mit denen die Behörden bei der Aufklärung des Todes von Sara Di Vita (15) und ihrer Mutter Antonella Di Ielsi (51) konfrontiert sind. Die beiden Frauen waren im Dezember durch eine Vergiftung mit Rizin ums Leben gekommen. <BR /><BR />Die Freundin der Familie war zwischen Jänner und heute dreimal von Beamten der Mordkommission als Auskunftsperson vernommen worden. Dabei habe sie wiederholt erklärt, innerhalb der Familie habe es keine Spannungen oder Probleme gegeben.<BR /><BR />Nach Angaben der Ermittler wurden diese Aussagen jedoch durch objektive Ermittlungsergebnisse widerlegt. Die Frau soll von familiären Schwierigkeiten gewusst haben, diese gegenüber den Ermittlern aber weiterhin bestritten haben. Daraufhin wurde Anzeige wegen Behinderung der Ermittlungen erstattet.<BR /><BR />In den vergangenen Tagen gingen bei der Polizei erste Ergebnisse aus der Auswertung von Mobiltelefonen ein, die beschlagnahmt worden waren. Wie aus Ermittlerkreisen verlautete, sollen die Widersprüche durch Daten belegt worden sein, die von Smartphones stammen, welche am 4. Mai im Haus der Familie in Pietracatella sichergestellt wurden.<BR /><BR />Aus den Chats sollen Gespräche über familiäre Spannungen hervorgehen, insbesondere über Probleme innerhalb des Ehelebens von Di Ielsi und ihres Mannes Gianni Di Vita. Diese Inhalte stehen den Aussagen der Familienfreundin gegenüber den Beamten der Mordkommission entgegen. <BR />Nach Angaben der Ermittler handelt es sich nicht um einen Einzelfall. <BR />Bereits in den vergangenen Monaten seien die Behörden mehrfach auf Zeugen gestoßen, die Vorfälle und Umstände nur zurückhaltend oder unvollständig geschildert hätten.<BR /><BR />Die Auswertung der beschlagnahmten elektronischen Geräte ist weiterhin im Gange und soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden. <BR />Untersucht werden die Mobiltelefone der beiden Opfer, das Smartphone von Saras 19-jähriger Schwester Alice Di Vita sowie ein Tablet, ein Computer und zwei Modems aus dem Familienhaus. Für Ende des Monats werden zudem die Ergebnisse der Obduktionen der beiden Opfer erwartet. <BR /><BR />Die Ermittler erhoffen sich davon weitere Hinweise zur Aufklärung der beiden Mordfälle. Die Ermittlungen richten sich damit offenbar gegen Angehörige der beiden Opfer, auch wenn bislang offiziell noch gegen Unbekannt ermittelt wird.<BR /><BR />Nach bisherigen Erkenntnissen sollen Mutter und Tochter mit dem hochgiftigen Pflanzentoxin Rizin vergiftet worden sein. Die Vergiftung könnte während eines Abendessens kurz vor Weihnachten erfolgt sein. <BR />Inzwischen prüfen die Behörden jedoch auch die Möglichkeit, dass den Opfern das Gift mehrfach und bei verschiedenen Gelegenheiten verabreicht wurde. Bislang wurde noch niemand offiziell als Beschuldigter registriert. Nach Informationen aus Ermittlerkreisen stehen jedoch vier oder fünf Personen im Fokus der Untersuchung. <BR /><BR />Insgesamt wurden rund 20 Personen aus dem Umfeld der Familie vernommen, darunter Angehörige, Freunde, Nachbarn und Bekannte.