Donnerstag, 09. April 2020

RKI startet große Antikörperstudien

Das Robert-Koch-Institut (RKI) startet in Deutschland eine große bundesweite Antikörperstudie zur Verbreitung des Coronavirus. Damit soll ermittelt werden, wie viele Menschen bereits eine Infektion durchmachten und damit nun zumindest für eine gewisse Zeit immun gegen das Virus sind, wie das RKI am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Das RKI will mit seiner Studie „ein genaueres Bild über das SARS-CoV-2-Geschehen in Deutschland“ bekommen.
Das RKI will mit seiner Studie „ein genaueres Bild über das SARS-CoV-2-Geschehen in Deutschland“ bekommen. - Foto: © APA/afp / JOHN MACDOUGALL
Untersucht wird, ob sich im Blut der Studienteilnehmer Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen lassen, was ein sicherer Hinweis auf eine durchgemachte Infektion ist. „Von diesen Studien erwarten wir uns ein genaueres Bild über das SARS-CoV-2-Geschehen in Deutschland“, erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Die Infektion verlaufe häufig mild oder sogar unbemerkt. Die Ergebnisse der Antikörperstudien seien „von großer Bedeutung, um den Verlauf und Schwere der Pandemie genauer abschätzen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen besser bewerten zu können“, betonte Wieler.

Bei Antikörper- oder serologischen Studien wird das Blut auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 untersucht. Antikörper lassen sich frühestens eine bis zwei Wochen nach der Infektion nachweisen, entsprechende Labortests sind erst seit kurzem verfügbar.

Das RKI startet in Kürze Untersuchungen an Blutspendern und Menschen in einigen besonders betroffenen COVID-19-Ausbruchsgebieten. Voraussichtlich ab der kommenden Woche sollen alle 14 Tage rund 5.000 Blutproben untersucht werden. Erste Ergebnisse werden Anfang Mai erwartet.

Bei den Studien in Corona-Hotspots sollen in jedem Ort etwa 2.000 Probanden ab 18 Jahren mehrfach untersucht und zusätzlich zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten, Lebensumständen und psychischer Gesundheit befragt werden.

apa/afp