Freitag, 05. Februar 2021

RKI: „Virus durch Varianten gefährlicher geworden“

Die ansteckenderen Corona-Varianten dürften nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) eine immer größere Rolle in Deutschland spielen.

Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, warnt vor den neuen Virus-Mutationen: Durch Nachlässigkeit sei jetzt etwa in Nordtirol eine brisante Situation entstanden.
Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, warnt vor den neuen Virus-Mutationen: Durch Nachlässigkeit sei jetzt etwa in Nordtirol eine brisante Situation entstanden. - Foto: © APA/afp / HANNIBAL HANSCHKE
Bislang dominierten sie aber noch nicht das Infektionsgeschehen, wie RKI-Chef Lothar Wieler am Freitag in Berlin sagte. Der Anteil der in Großbritannien entdeckten Variante B.1.1.7 liege nun bei knapp 6 Prozent. In 13 der 16 Bundesländern sei sie inzwischen nachgewiesen.

„Die Situation ist noch lange nicht unter Kontrolle“, sagte Wieler. Insgesamt sei das Coronavirus durch die Varianten gefährlicher geworden. „Das Virus ist noch nicht müde, im Gegenteil, es hat gerade nochmal einen Boost bekommen“, so Wieler, also einen Auftrieb.

In einem Bericht des RKI heißt es, der Anteil der ansteckenderen Varianten sei „nach den bisher vorliegenden Daten in den letzten Wochen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen“. Die Daten könnten zwar noch keine statistisch belastbare Aussage über das Vorkommen liefern, zeigen aber den Anstieg des Anteils der Variante B.1.1.7 an der Gesamtzahl der untersuchten Proben. „Somit kann auf die zunehmende Verbreitung dieser Variante geschlossen werden.“

Durch Varianten stecken sich mehr Menschen an

Aus allen Daten ergebe sich, dass die Varianten mehr andere Menschen anstecken, sagte Wieler. „Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden, weil diese Varianten sich weiter ausbreiten.“ So sei jetzt etwa in Nordtirol eine brisante Situation durch Nachlässigkeit entstanden. „Das ist ein Geschehen, das hätte vermieden werden können, wenn dort nicht so viele Tausende Menschen Ski fahren würden.“

Zur Frage der Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Varianten sagte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, es gebe „Hinweise, dass man mit der UK-Variante ganz gut fertig werden kann, mit der Südafrika- und Brasilien-Variante schwerer“. Das breite Impfen insgesamt helfe aber auch gegen die Varianten.

Varianten, die in Südafrika (B.1.351) und Brasilien kursieren, gelten als leichter übertragbar. Aber es ist nicht nur das: Genesene könnten sich offenbar erneut anstecken und Impfstoffe drohen nicht so gut zu wirken wie gegen den Wildtyp. Ein Impfstoffhersteller hat bereits angekündigt, eine Auffrischung entwickeln zu wollen.

dpa

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