<b>Herr Stauder, während sich Ulli Mair zumindest nach außen zur deutschen Schule schweigt, hagelt es von Ihrer Seite in Sachen deutsche Schule knüppeldick Kritik am Regierungspartner SVP. Warum?</b><BR />Roland Stauder: Ich bin selbst Lehrer und kenne die Situation an der Schule deshalb gut. Vor 15 Jahren hatten wir 2 bis 3 Migranten oder jedenfalls Schüler, die des Deutschen nicht mächtig waren, und es war nicht allzu schwer, sie in die Schule zu integrieren. Mittlerweile gibt es an etlichen Schulen in den Städten sowie in einigen Gemeinden im Wipptal und Unterland aber nur mehr 2 bis 3 muttersprachlich Deutsche in der Klasse. Die Umgangssprache im Pausenhof ist, je nachdem wie sich Gruppen bilden Italienisch, Arabisch oder Albanisch.Wir haben Kinder deutscher Muttersprache, die in der Mittelschule nicht korrekt lesen und schreiben können. Unseren Kindern entgehen Bildungschancen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66401965_quote" /><BR /><BR /><b>Die Schuld geben Sie in ihren Presseaussendungen den seit Jahren für die Bildungspolitik Verantwortlichen, sprich SVP und Landesrat Achammer.</b><BR />Stauder: Das Problem wird seit Jahren größer und es wird nichts Wirksames getan. Man sitzt das Problem aus und wartet, bis die 3. Amtszeit vorbei ist. Der Fall Goethe-Schule ist wieder so ein Beispiel für eine vertane Chance und wäre meiner Meinung nach rechtlich möglich gewesen. Die deutsche Schule wird untergraben und es ist Zeit, dass die politisch Verantwortlichen ihre Realitätsverweigerung endlich aufgeben und handeln.<BR /><BR /><b>Im Vorjahr wurden verpflichtende Beratungsgespräche für Eltern, die Kinder ohne Deutschkenntnisse in die deutsche Schule einschrieben wollen, eingeführt und Kurse. Ist das alles nichts?</b><BR />Stauder: Gespräche und Kurse, mag alles ein, doch wenn das Kind im Sommer nicht da ist und keinen Kurs besucht, passiert auch nichts. Es kann im Herbst wie gehabt die deutsche Schule besuchen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66401969_quote" /><BR /><BR /><b>Nun sind die Freiheitlichen keine Oppositionspartei mehr, sondern tragen Regierungsverantwortung. Reicht es, Ihre Meinung weiterhin nur in Presseaussendungen hinauszupusten, als wären die Blauen Hinterbänkler im Landtag?</b><BR />Stauder: Wir sind Teil der Mehrheit und saßen selbst bei den Koalitionsgesprächen mit am Tisch, wo klar gesagt wurde, dass die Italiener in ihrer Schule tun können, was sie wollen, wir aber unsere deutsche Schule schützen. Wir werde uns intern beraten, aber ich möchte das Thema in der Mehrheit aufs Tapet bringen. Es kann nicht sein, dass jedes Jahr bei Schulbeginn eine neue Generation an den Start geht und man hat wieder nichts getan, um das Problem zu lösen. Das ist Diskriminierung der muttersprachlich Deutschen, nichts anderes.