Seit jeher stellt Oskar Saxl, Bauer vom Tuniger-Hof oberhalb von Egg in der Gemeinde Freienfeld, seine mit Milch gefüllten Tanks an der Milchsammelstelle an der Penser-Joch-Straße ab. So auch am vergangenen Sonntag, dem 4. Jänner. Gegen Mittag werden die vollen Tanks dort von einem Milchsammelwagen entleert und die Milch zum Milchhof Sterzing transportiert.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1258077_image" /></div> <BR />Die beiden leeren Inox-Tanks wiegen samt Karren rund 300 Kilogramm. Die Tanks sind fest am Karren montiert. Zusätzlich sorgen eine Bremse und ein Stein unter einem der Reifen für einen sicheren Stand, wie Saxl gegenüber den „Dolomiten“ erklärt. Die Milchsammelstelle liegt talwärts an der Penser-Joch-Straße. <BR /><BR />Doch an diesem Sonntag geschah etwas, das der Bauer bis heute nicht fassen kann. „Ich war gerade zu Hause beim Kochen, als ich einen Anruf erhielt: Die beiden Milchtanks waren samt Karren rund 200 Meter über eine steile Wiese gerollt, mitten durch eine Wohnbauzone und über eine Straße. Einer der Tanks blieb schließlich an der Dorfstraße hängen, eingebremst durch die Leitplanken. Der zweite krachte gegen den Fensterstock eines Hofes unterhalb der Wiese, in unmittelbarer Nähe der Wohnbausiedlung“, schildert Saxl.<h3> Tank donnert zwischen den Häuser durch</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1258080_image" /></div> <BR />In der Wohnbauzone lebt Siegfried Kofler mit seiner Familie; der Hof gehört seinen Eltern. Kofler spricht von großem Glück: „In der Wohnsiedlung spielen oft kleine Kinder, dort ist immer etwas los. Wenn unsere Kinder bei meinen Eltern zu Gast sind, sind sie oft auf der Schaukel, die ist wiederum am Balkonfuß befestigt, der sich genau oberhalb des Einschlagpunktes am Fensterstock befindet“, so Kofler. „Wenn ein über 100 Kilogramm schwerer Inox-Tank mit voller Wucht den Hang hinunterrollt, kann das schlimm enden. Auch auf der Dorfstraße hätte der Tank ein Fahrzeug oder einen Passanten treffen können.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1258083_image" /></div> <BR />Mit Hilfe von Nachbarn konnte Saxl die stark beschädigten beziehungsweise zerstörten Tanks bergen. Noch am selben Tag informierte er die Carabinieri von Freienfeld und kündigte an, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. „Der genaue Tatbestand ist noch zu klären. Am Mittwoch (heute, Anm. d. Red. ) oder Donnerstag wird es einen zweiten Lokalaugenschein durch die Carabinieri geben“, so Saxl.<h3> „Grob fahrlässig“</h3>Für den Bauern steht fest, dass sich die Tanks unmöglich von selbst in Bewegung gesetzt haben können. Wer auch immer hinter der Tat stecke, habe grob fahrlässig gehandelt. Inzwischen musste sich der Bauer einen gebrauchten Milchtank samt Karren anschaffen. Die Kosten dafür belaufen sich auf 5.800 Euro. Bis zur Klärung des Vorfalls wird die Milch direkt am Hof abgeholt.<BR />Saxl hofft durch die Veröffentlichung des Vorfalls auf Hinweise aus der Bevölkerung. „Das Zeitfenster ist relativ eng: Es muss zwischen 13.15 und 13.45 Uhr am Sammelpunkt an der Penser- Joch-Straße bei Kilometer 57 passiert sein.“ Hinweise, so Saxl, nehmen die Carabinieri von Freienfeld entgegen.