Samstag, 26. März 2016

Rolling Stones rocken Kuba – Großer Andrang bei Gratiskonzert

Zehntausende Menschen haben den Rolling Stones beim ersten Open-Air-Konzert einer britischen Rockband im sozialistischen Kuba einen begeisterten Empfang bereitet.

Brachten "satisfaction" ins sozialistische Kuba: Die Rolling Stones bei ihrem Auftritt in Havanna.
Brachten "satisfaction" ins sozialistische Kuba: Die Rolling Stones bei ihrem Auftritt in Havanna. - Foto: © APA/AFP

Schon sechs Stunden vor Beginn waren die Tore für das Konzert am Freitag auf einem großen Sportfeld in der Hauptstadt Havanna geöffnet worden. Es war umsonst, angesichts eines Durchschnittslohns von 20 bis 25 US-Dollar im Monat wären normale Ticketpreise für die Menschen nicht zu bezahlen.

Rund 200.000 Fans lauschen den Rock-Opas

Die Band um Leadsänger Mick Jagger (72) hatte sich seit langem um eine Auftrittserlaubnis in Kuba bemüht. Es konnten laut der Behörden rund 200 000 Rockfans Einlass finden.

Zahlreiche kubanische aber auch ausländische Fans feierten ihre Rock-Helden. - Foto: Apa/afp

Zu dem historischen Auftritt waren auch zahlreichen ausländische Stones-Fans angereist. Karsten Schulze aus Wiesenburg in Brandenburg(15 Stones-Konzerte) und Götz Geserick aus (20 Stones-Konzerte) aus Berlin hatten bereits im September von Gerüchten gehört, dass die legendäre Band mit Welthits wie „I can't get no satisfaction“ erstmals in Kuba spielen könnte – erst sollte das Konzert am 20. März stattfinden, wegen des Besuchs von US-Präsident Barack Obama wurde es dann auf den 25. März gelegt.

Aus Sicherheitsgründen kein Alkohol

„So eine Bühne habe ich noch nicht gesehen“, meinte Daniel Gonzales (50), der in Kuba Konzerte organisiert. Aus Sicherheitsgründen gab es ein Alkoholverbot. Wie das Zentralorgan „Granma“ berichtete, wollten die Musiker diverse Instrumente und Musik-Equipment als Spende kubanischen Musikschulen zur Verfügung stellen.

Kubas Staatschef Raúl Castro (84) verfolgt eine vorsichtige Öffnungspolitik, er will mehr Touristen in das Land locken, um staatliche Einnahmen zu stärken. Aber gibt es weiterhin Repression gegen Regimekritiker und keine Meinungsfreiheit.

Lange Zeit war Rockmusik in Kuba verpönt. Sie wurde unter dem 2006 abgetretenen Revolutionsführer Fidel Castro (89) als dekadentes Symbol des kapitalistischen Lebensstils angesehen.

dpa

stol