<BR />„Die neuen regionalen Züge in Südtirol sind durch die Bank Niederflurzüge und damit – sofern erhöhte Bahnsteige vorhanden – niveaugleich zugänglich“, erzählt Vater Karl. So kann Mathias ohne Hilfe ein- und aussteigen – und muss seine Zugfahrten auch nicht vorher anmelden, um eine Assistenz am Gleis in Anspruch zu nehmen. „Doch immer mal wieder werden noch alte Züge eingesetzt, wann, weiß man nicht“, berichtet Karl. <BR /><BR />Dann kann Mathias nicht alleine einsteigen, denn er kommt mit dem Rollstuhl die Stufen nicht hinauf in den Waggon. Also heißt es, auf den nächsten Zug warten. Sind seine Eltern beide dabei, können sie ihn hineinheben. „Aber letztens wollte uns eine Schaffnerin das aus Sicherheitsgründen verbieten und wir hätten wieder auf den nächsten Zug warten sollen“, ärgert sich Karl. <h3> Bei internationalen Zügen besteht Stufen-Problem fast immer</h3>Bei internationalen Zügen besteht das Stufen-Problem fast immer, hier braucht es Hilfestellung. „Die kann man anfordern, muss das aber mindestens 24 Stunden vorher tun. Spontan wie andere Leute auch, geht da gar nichts“, weiß Karl. Ärgerlich findet Karl auch, dass sich der Platz für Rollstühle oft in der ersten Klasse befindet, dort aber nur eine Begleitperson vorgesehen ist. „Fahren wir zu dritt, wird für eine Person der Erste-Klasse-Aufschlag fällig – oder wir fahren in getrennten Waggons.“ <BR /><BR />Verbesserungen wünscht er sich auch bei den Bussen. Die seien zwar mittlerweile alle mit ausklappbaren Rampen ausgestattet, „aber diese sind anders als vielerorts sonst nicht elektrisch. Der Fahrer muss aussteigen und händisch die Rampe ausklappen. Das ist unnötig aufwendig“, findet er. Viel besser wäre es seiner Meinung nach, wenn Busniveau gleich Gehsteigniveau wäre – und die Fahrer ganz nah am Bordstein halten würden. <BR /><BR />„Unterm Strich“, so urteilt Karl, „hat sich in den vergangenen Jahren vieles verbessert“, eine durchgehend barrierefreie Nutzung sei aber noch nicht gewährleistet.<BR /><BR />Des Öfteren haben wir über das Thema berichtet: Menschen mit Beeinträchtigungen stoßen auf Südtirols Schienen regelmäßig auf massive Hürden – ein echtes Armutszeugnis für unser Land.<BR /><BR /> Betroffene wie etwa Hans Jörg Ellemund fühlen sich nicht nur im Stich gelassen, sondern regelrecht verhöhnt. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/was-am-bahnhof-brixen-passiert-ist-absurd-aber-leider-bittere-realitaet" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier das Interview)</a><BR /><BR />Auch Landtagsabgeordneter Alex Ploner (Team K) zeichnet ein düsteres Bild: <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/barrierefreie-bahnhoefe-hier-wird-klar-gegen-gesetze-verstossen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">„Hier wird klar gegen Gesetze verstoßen.“</a>