<b>von Hildegard Kröss</b><BR /><BR />„Vorausschicken möchte ich, dass der Großteil der Busfahrer nett und hilfsbereit ist. Aber einige sind darunter, die schon genervt sind, wenn ich einsteigen will“, sagt Prader. Es sei ihm schon passiert, dass Fahrer einfach gesagt hätten, dass der Bus keine Rampe hätte oder dass diese kaputt sei. Und schon mehrmals habe ein Buslenker betont, dass er nur fahren muss und für alles andere nicht zuständig sei. <BR /><BR />So blieb Prader einige Male an der Haltestelle zurück und musste auf den nächsten Bus warten. „Das Hauptproblem ist, dass die Fahrer die Rampe nicht bedienen können. Schon etliche Male ist es passiert, dass die Fahrer hin- und hergeschaltet haben, bis die Rampe klemmte und überhaupt nichts mehr ging“, sagt Prader. Für ihn sei es dann immer peinlich, weil die anderen Fahrgäste warten müssten und vielleicht auch zu spät zu ihren Terminen kämen. <h3>Zwischenfall an der Bushaltestelle</h3>Zu einem Vorfall kam es vor rund 2 Wochen, als Prader am Vormittag mit dem Bus nach Bozen fuhr. Als er an der Bushaltestelle bei der Talferbrücke aussteigen wollte, fiel er kopfüber auf den Gehweg. Die Batterie des elektrisch betriebenen Rollstuhls fiel heraus, und Prader lag hilflos auf dem Boden. <BR /><BR />„Der Busfahrer stand einfach daneben, hat mir überhaupt nicht geholfen und nur gesagt, dass er nicht zuständig sei. Er bot lediglich an, das Weiße Kreuz zu rufen“, erzählt Prader. So sei er hilflos auf dem Boden gelegen, bis schließlich ein Mann gekommen sei und ihm aufgeholfen habe. Passanten hätten sich sehr über das Verhalten des Busfahrers aufgeregt.<h3> „Mitgefühl und Hilfsbereitschaft fehlten“</h3>Körperlich wurde Prader glücklicherweise kaum verletzt, aber das Verhalten des Fahrers habe ihm schon sehr weh getan. „Man kommt sich so hilflos, so machtlos vor“, sagt er und betont, dass es da nicht darum gehe, für was der Fahrer zuständig oder nicht zuständig ist, sondern vielmehr um Mitgefühl und Hilfsbereitschaft, die in diesem Fall völlig fehlten. Prader möchte auf die Schwierigkeiten aufmerksam machen, denen er als Rollstuhlfahrer bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel begegnet. <BR /><BR />Mittlerweile traut er sich kaum noch, mit dem Bus zu fahren, da er sich nie sicher sein kann, ob er überhaupt mitgenommen wird. „Im Sommer fahre ich gerne mit dem Bus nach Pens, aber es ist immer unsicher, ob ich rechtzeitig zurückfahren kann, etwa wenn es anfängt zu regnen. Lässt mich ein Busfahrer zurück, bedeutet das, dass ich wieder eine Stunde warten muss“, sagt Prader.<BR /><BR />Er hofft, dass sein Bericht zu mehr Menschlichkeit und Verständnis im öffentlichen Nahverkehr beiträgt – für ihn und für alle Menschen mit Behinderungen.<h3>Vorfälle der SASA-Verwaltung melden </h3>Angesprochen auf den Vorfall hieß es von Seiten des Personennahverkehrsunternehmen SASA, dass das Verhalten des Busfahrers in Widerspruch zu den Unternehmenswerten steht. Der Fahrer sei von den zuständigen Stellen bereits kontaktiert worden, um den Vorfall zu rekonstruieren und auch um den Fahrer zu sensibilisieren. Denn Vorfälle dieser Art dürften sich nicht wiederholen. <BR /><BR />Die SASA-Verantwortlichen laden dazu ein, etwaige Vorfälle zu melden, damit rasch interveniert werden könne. Außerdem wolle das Unternehmen SASA im gemeinsamen Gespräch Lösungen finden.