Der Präsident des Bozner Jugendgerichts, Benno Baumgartner, begrüßt den Vorschlag weitgehend, betont jedoch gleichzeitig: „In erster Linie muss auf Prävention gesetzt werden, wie es Südtirol bereits erfolgreich tut.“<BR />Keine Woche ist seit dem schrecklichen Vorfall in Ligurien vergangen: Ein 19-Jähriger ist im Klassenzimmer von seinem Mitschüler (18) mit einem Messer attackiert worden und daraufhin seinen Verletzungen erlegen. Der Druck auf Rom steigt, Stimmen für eine rasche Umsetzung des neuen Sicherheitspakets (wir haben berichtet) werden laut.<BR /><BR /> Jugendrichter Baumgartner sieht dieses weitgehend als legitim. „Das Messerverkaufsverbot für Jugendliche ist sinnvoll, die Verwaltungsstrafe für Eltern jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt“, sagt der Jugendrichter.<BR /><BR /> Was Stichwaffen wie Dolche, Klapp- oder Stichmesser anbelangt, liegt die Verantwortung sehr wohl bei den Eltern: Sie müssen sicherstellen, dass ihr Kind nicht im Besitz einer solchen Waffe ist. „Die Regel lässt sich aber nicht auf das Küchenmesser – jeder hat eines zu Hause – anwenden“, so Baumgartner. <h3> Gewaltfälle in Südtirol sinken</h3>Gleichzeitig betont der Jugendrichter, dass in Italien ohnehin ein strenges Waffengesetz gilt. Es brauche keine ständigen Verschärfungen, sondern vor allem Prävention, wie es Südtirol erfolgreich vorgezeigt hat. „Die Jugendkriminalität ist hierzulande seit Jahren rückläufig“, weiß Baumgartner. „Wir haben 2025 etwa 450 Straftaten verzeichnet. Noch vor einigen Jahren lag die Zahl bei gut 600 Fällen.“ <BR /><BR />Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die öffentliche Hand – also Land, Gemeinden, Sozialdienste, aber auch private Organisationen – intensiv in Präventionsmaßnahmen investiert hat: seien es Erziehungsprogramme, Projekte wie das „Streetworking“ oder Familienhilfen. Zwar gibt es noch einiges zu tun, doch „der Einsatz zeigt Erfolg“, unterstreicht der Jugendrichter abschließend.