Dienstag, 03. Oktober 2017

Rom prüft Kontakte zwischen Marseille- und Berlin-Attentäter

Die italienischen Ermittler prüfen mögliche Kontakte zwischen dem tunesischen Messerangreifer von Marseille und dem Berlin-Attentäter Anis Amri.

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Beide hatten zeitweilig in Italien gelebt und sich in der Kleinstadt Aprilia südlich von Rom aufgehalten. Hier lebt eine größere tunesische Gemeinschaft, berichteten italienische Medien am Dienstag.

Der 29-jährige Messerangreifer von Marseille war 2006 nach Italien gekommen. In Aprilia nahe Rom, wo eine große tunesische Gemeinschaft lebt, hatte er eine italienische Frau geheiratet. Doch nachdem er keine Arbeit gefunden hatte, trennte sich die Frau von ihm. 400 Tunesier leben in Aprilia.

Ihre Kontakte zu dem Marseille-Angreifer werden jetzt genau geprüft. In der Gegend lebten vier Tunesier, die aus Italien in den letzten eineinhalb Jahren wegen fundamentalistischer Kontakte ausgewiesen wurden.

Der Messerangreifer von Marseille hatte italienische Ausweispapiere benutzt, sagte der französische Innenminister Gerard Collomb am Dienstag dem Radiosender France Inter. Der mutmaßliche Islamist hatte am Sonntag am Bahnhof von Marseille zwei Frauen mit einem Messer umgebracht. Der Angreifer wurde von Soldaten erschossen.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte die Tat für sich. Ob es tatsächlich ein Terroranschlag war, wird noch ermittelt.

Der Terrorverdächtige Anis Amri war nach mehrtägiger Flucht am 23. Dezember 2016 in einem Mailänder Vorort in eine Polizeikontrolle geraten. Nachdem Amri das Feuer eröffnete, erschoss ihn einer der beiden Polizisten. Der 24-jährige Amri war den Ermittlungen zufolge am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt bei der Gedächtniskirche in Berlin gefahren. Zwölf Menschen starben, 55 wurden verletzt.

apa

stol