Sonntag, 23. August 2020

Rom schließt zweiten Lockdown aus

Trotz zunehmender Zahl von Coronavirus-Infektionsfällen in Italien schließt die Regierung in Rom einen neuen Lockdown zur Eingrenzung der Ansteckungen aus. Dies versicherte der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza laut Medienangaben vom Sonntag.

Roberto Speranza verspricht, dass es keinen zweiten Lockdown geben werde.
Roberto Speranza verspricht, dass es keinen zweiten Lockdown geben werde. - Foto: © APA (AFP) / KENZO TRIBOUILLARD
„Unser Gesundheitssystem hat sich wesentlich gestärkt. Die Situation ist heute nicht mit jener im Februar und im März vergleichbar, als die Kurve der Ansteckungen außer Kontrolle geraten war und wir nicht in der Lage waren, die Infizierten zu lokalisieren und isolieren“, meinte der Minister.

Das Alter der Neuinfizierten habe sich auf durchschnittlich 30 bis 32 Jahre reduziert. Frankreich und Spanien seien in der Lage, die Situation zu kontrollieren. „Das gilt auch für Italien, das ein Viertel weniger Neuinfizierte als diese beiden Länder zählt“, sagte der Gesundheitsminister.

Die italienische Regierung hatte sich im März für einen Lockdown entschlossen, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems unter dem Druck der zunehmenden Patientenzahl zu vermeiden. Die Lage sei derzeit nicht mehr so schwierig, sagte Speranza.

„Vor dem Lockdown zählten wir in Italien 5000 Plätze auf den Intensivstationen. Jetzt haben wir diese Zahl verdoppelt“, erklärte der Minister. Er rief Jugendliche zu verantwortungsvollem Verhalten auf.

Ein wichtiger Test sei für Italien die am 14. September geplante Wiedereröffnung der Schulen nach 6 Monaten Pause. „Ein demokratisches Land kann nicht auf die Schule verzichten. Das Schulsystem startet wieder mit höchsten Sicherheitsvorkehrungen“, erklärte der Gesundheitsminister. Lehrer und Schüler sollen stichprobenartigen Tests unterzogen werden.

apa