Freitag, 22. Dezember 2017

Rom will Schadenersatz für ausgetrockneten Christbaum

Nach der Weltblamage wegen des verdorrten Christbaums auf dem Hauptplatz Piazza Venezia greift Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi zur Gegenwehr. Die Gemeinde werde nach einer internen Untersuchung Schadenersatz fordern, sagte die Bürgermeisterin. Raggi betonte zugleich, dass der Christbaum nicht vor Ende der Weihnachtsfeiertage am 6. Jänner weggeräumt werde.

Dieser Baum wird zur Touristenattraktion Foto: AFP
Dieser Baum wird zur Touristenattraktion Foto: AFP

”Als wir uns im Fleimstal die Fichte für Rom ausgesucht haben, war sie sehr schön und dicht. Etwas muss beim Abfällen und beim Transport schiefgelaufen sein”, betonte die Fünf-Sterne-Bürgermeisterin. Der mittlerweile mit dem Spottnamen „Spelacchio” (zu Deutsch etwa „ausgerupft”) bezeichnete Weihnachtsbaum werde vorerst nicht weggeräumt. „Inzwischen haben alle ,Spelacchio' lieb gewonnen, und es gibt außerdem größere Probleme als einen Weihnachtsbaum”, sagte die 39-Jährige.

Der Trentiner Verband „Magnifica Comunita di Fiemme”, der der Gemeinde Rom den Weihnachtsbaum „Spelacchio” geliefert hat, wehrt sich dagegen, dass die Fichte auf einer Müllhalde landen soll. Eine ähnliche Fichte aus dem Trentiner Fleimstal sei der lombardischen Stadt Mantua geliefert worden und sei in bestem Zustand.

Stefano Cattoi, der für das Trentiner Forstamt arbeitet, schlug vor, aus dem Holz der ausgetrockneten Fichte Schlüsselanhänger, Brillen, Kugelschreiber und andere Mitbringsel zu entwerfen. Auch eine Kunstinstallation, die der Stadt Rom bleibe, sei eine Möglichkeit, um Spelacchios Holz konstruktiv zu verwerten.

Inzwischen pilgern unzählige Touristen und Römer zu dem Christbaum. An den Ästen wurden Karten mit Glückwünschen gehängt. Touristen vergleichen die Bilder der schäbigen Fichte auf der Piazza Venezia mit der polnischen Prachttanne auf dem Petersplatz, die am 7. Dezember feierlich zum ersten Mal beleuchtet wurde. Die 28 Meter große Tanne „überlebte” einen mehrwöchigen Transport von den nordpolnischen Masuren über Österreich bis nach Rom unbeschadet.

Die Römer haben auch für den vatikanischen Weihnachtsbaum längst den passenden Namen gefunden: „Rigoglio”, was in etwa mit „blühend” übersetzt werden kann. Der Name erinnert an „Bergoglio” den Familiennamen von Papst Franziskus.

apa

stol