<BR /><BR /><b>Nach fünf Jahren Daten sammeln und auswerten: Wie steht es um die Biodiversität in Südtirol?</b><BR />Andreas Hilpold: Positiv ist, dass es in Südtirol eine sehr hohe Artenvielfalt gibt. Das ist allerdings kein besonderes Verdienst, sondern der Tatsache geschuldet, dass Südtirol viele verschiedene Lebensräume bietet, von der Talsohle bis zum Hochgebirge, vom städtischen bis zum ländlichen Gebiet. Daher ist das große Spektrum nicht überraschend. <BR /><BR /><b>Welche Lebensräume sind hinsichtlich der Artenvielfalt die wertvollsten? Wo ist die Biodiversität gering?</b><BR />Hilpold: Feuchtlebensräume, alpine Gebiete, extensive landwirtschaftliche Flächen und einige Waldtypen weisen eine hohe Artenvielfalt und viele besondere Arten auf. Intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen in den Talsohlen wie Obstanlagen, Maisäcker oder intensiv bewirtschaftete Wiesen sowie der urbane Raum sind in den meisten Fällen artenarm. Und nicht nur das: Dort finden wir häufig „Generalisten“, also Arten, die besonders anpassungsfähig und damit besonders verbreitet sind. Auch bestimmte Fließgewässer sind verarmt und weit weg vom optimalen Zustand. Schuld daran sind etwa Flussbegradigungen oder eine hydroelektrische Nutzung – Stichwort Schwallstrecken. Gerade was die Fließgewässer betrifft, gibt es zwar zahlreiche und erfolgsversprechende Anstrengungen für eine Verbesserung der ökologischen Qualität, doch sind diese meist nur kleinflächig und punktuell...<BR /><BR /><b> Bleiben wir bei den Waldflächen. Was sorgt für viele Arten?</b><BR />Hilpold: Hier hat sich generell die Biodiversität verbessert, weil anders als früher Nadeln und Laub, aber auch zunehmend Totholz liegen gelassen wird. Der Trend der vergangenen Jahrzehnte geht eindeutig hin zu einer naturnahen Waldentwicklung. Und das tut der Artenvielfalt gut. <BR /><BR /><b> Was ist Ihr Fazit? Können wir im Großen und Ganzen zufrieden sein mit der Biodiversität in Südtirol?</b><BR />Hilpold: Zufrieden können wir erst dann sein, wenn wir eine Trendumkehr schaffen. Doch der Rückgang der Biodiversität ist auch in Südtirol noch nicht gestoppt. Und dann müssen wir uns auch im Klaren darüber sein, dass mit dem Klimawandel der Druck auf unsere Flora und Fauna wächst. Umso wichtiger ist es, dass wir sie nicht noch zusätzlich belasten.<h3> Naturparadies Südtirol unter Druck</h3>Folgende interaktive Grafik zeigt die Organismusgruppen, welche im Biodiversitätsmonitoring neben den einzelnen Lebensräumen und dem Lebensraummosaik untersucht werden, um Südtirols Artenvielfalt zu bewerten.<BR /><BR /> <div class="embed-box"><div class="container-wrapper-genially" style="position: relative; min-height: 400px; max-width: 100%;"><img src="https://img.genial.ly/5fd380c29270490f70f47a03/f30fb79b-ab39-43a4-b16e-6acb3b0565c8.jpeg" class="loader-genially" style="position: absolute; top: 0; right: 0; bottom: 0; left: 0; margin-top: auto; margin-right: auto; margin-bottom: auto; margin-left: auto; z-index: 1;width: 80px; height: 80px;"/><div id="68c4144575ff6d189dd726a8" class="genially-embed" style="margin: 0px auto; position: relative; height: auto; width: 100%;"></div></div><script>(function (d) { var js, id = "genially-embed-js", ref = d.getElementsByTagName("script")[0]; if (d.getElementById(id)) { return; } js = d.createElement("script"); js.id = id; js.async = true; js.src = "https://view.genially.com/static/embed/embed.js"; ref.parentNode.insertBefore(js, ref); }(document));</script></div>