Das Außenministerium in Rom arbeitet auf Hochtouren, um die im Golfraum gestrandeten Italiener in die Heimat zurückzubringen. Bisher seien 10.000 Menschen nach Italien zurückgebracht worden, teilte Außenminister Antonio Tajani vor der Abgeordnetenkammer in Rom mit. 100.000 Italiener halten sich in den von den internationalen Spannungen betroffenen arabischen Golfländern auf. <BR /><BR /> Ein Teil der 563 italienischen Kreuzfahrtpassagiere an Bord der MSC Euribia, die seit fünf Nächten in Dubai wegen des Ausbruchs des Konflikts im Golf festsitzen, wird am Freitag am Flughafen Rom-Fiumicino erwartet. <BR />Am Donnerstagvormittag wurde eine erste Gruppe von Kreuzfahrtgästen für den Transfer mit Bussen zum Flughafen von Abu Dhabi versammelt.<BR /><BR /> Die geplante Abfahrt zu diesem Zeitpunkt fiel jedoch aus, weil – so wurde den Passagieren erklärt - noch keine Sicherheit über das verfügbare Flugzeug bestand. Die Reisenden, die ihre Dokumente für das Boarding bereits vorbereitet hatten, wurden gebeten, sich um 16 Uhr Ortszeit erneut am Treffpunkt für den Transfer nach Abu Dhabi einzufinden. Allerdings kam es zu Verzögerung, die Maschine wird erst am Freitag starten.<BR /><BR />„MSC Cruises hat daran gearbeitet, den sichersten und schnellsten Weg zur Rückführung seiner Gäste zu finden und zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um diesen Prozess zu beschleunigen“, heißt es in einer Mitteilung der Reederei. Dazu gehöre eine spezielle Flugoperation mit derzeit fünf Charterflügen. „Diese Flüge könnten etwa 1000 Gästen ermöglichen, die Region bis Samstag zu verlassen“, hieß es.<BR /><BR />Parallel dazu prüft MSC Cruises weiterhin alle möglichen Lösungen für die verbleibenden Gäste, darunter Linienflüge, weitere Charteroptionen und koordinierte Maßnahmen mit Unterstützung der zuständigen Behörden. Das Aussenministerium in Rom hat inzwischen das Personal in den diplomatischen Vertretungen in Abu Dhabi und Dubai verstärkt. Nach Angaben des Ministeriums hat die Kriseneinheit in Italien bislang mehr als 14.000 Anrufe bearbeitet.<BR /><BR />Bei einer Sitzung unter der Leitung von Aussenminister Tajani wurde beschlossen, das Personal des Außenministeriums in Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten weiter aufzustocken. Die neuen Kräfte ergänzen das Personal, das bereits in Oman am Flughafen von Maskat sowie an den Grenzen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten eingesetzt wurde.<BR /><BR />In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird am Freitag die Rückkehr von insgesamt 1.250 italienischen Staatsbürgern erwartet. In Katar wurde der erste Landtransfer von 114 Personen von Doha nach Riad ermöglicht. Aus Kuwait haben bereits zehn Personen über Land Saudi-Arabien erreicht. Auch aus Bahrain wurden 14 Italiener, die darum gebeten hatten, zur Grenze in Richtung Riad begleitet. In Saudi-Arabien wurden etwa 150 Personen an den Grenzübergängen aufgenommen, darunter auch besonders schutzbedürftige Fälle, die spezielle Unterstützung erhielten. Die Rückführung soll mit Linien- und Charterflügen fortgesetzt werden.<BR /><BR />In Oman wird weiterhin die Aufnahme von italienischen Staatsbürgern koordiniert, die auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten weiterreisen. In Kürze werden weitere 160 Personen erwartet, die anschließend ihre Reise nach Italien fortsetzen sollen.<BR /><BR />In Israel werden derzeit rund 200 italienische Staatsbürger überwacht; eine mögliche Begleitung zur Grenze - auch über Ägypten - wird geprüft. Auf den Malediven sind Verstärkungskräfte aus Colombo eingetroffen, um Landsleute zu unterstützen; außerdem wurden lebenswichtige Medikamente geliefert, die von Botschaftspersonal transportiert wurden.