<b>Frau Direktor Pechlaner, Ihr erstes Gefühl?</b><BR />Irene Pechlaner: Ungewohnt, trotz meiner vielen Jahre in Meran. In den 2 Jahren und 7 Monaten, in denen ich in Bozen war, haben sich viele Sachen verändert, aber darauf will ich jetzt nicht eingehen. Ich muss mir erst ein Bild machen.<BR /><BR /><b>Für Außenstehende kam Ihre Rückkehr nach Meran überraschend. Für Sie?</b><BR />Pechlaner: Sie kam auch für mich plötzlich.<BR /><BR /><b>War in Ihren Augen die Rotation mit Ihrem Bozner Bezirkskollegen sinnvoll? </b><BR />Pechlaner: Ich persönlich hätte sie nicht gebraucht. Sinnvoll wäre eine Rotation, wenn sie über eine ganze Amtszeit sprich 5 Jahre ginge. Das erlaubte, Projekte in Angriff zu nehmen und sie auch abschließen zu können. Projekte, die in die Hand zu nehmen sind, brauchen Kontinuität. Insofern haben für mich kurzfristige Rotationen keinen Sinn.<BR /><b><BR />Haben Sie Unterschiede zwischen den Bezirken Bozen und Meran festgestellt?</b><BR />Pechlaner: Ja. Bozen ist ein sehr großer und komplexer Bezirk. So habe ich festgestellt, dass die Bediensteten sehr resilient sind, eine Eigenschaft, die sie prägt. Sie haben eine ganz gute Fähigkeit zu improvisieren, um Dinge doch wieder auf Schiene zu bringen. Ich wurde in Bozen im Team gut aufgenommen. Dr. Pierpaolo Bertoli habe ich wiedergetroffen, er war ja früher auch in Meran, Thomas Kirchlechner ist eigentlich ein Meraner und so habe ich mich auch mit Luca Armanaschi und Monika Zäbisch sofort gut zusammengefunden.<BR /><BR /><b>Wie waren Ihre 2 Jahre und 7 Monate in Bozen?</b><BR />Pechlaner: Es war eine sehr intensive Zeit, denn der Umzug in die neue Klinik war zu bewerkstelligen und die Inbetriebnahme der OP-Säle. Sämtliche chirurgischen Abteilungen sind umgezogen. Das war eine große Herausforderung und eine Covid-Welle war auch noch zu bewältigen. Eine sehr intensive Zeit, aber ich habe viele nette Menschen kennengelernt.<BR /><BR /><b>Sie haben sich auch um die Direktion des NISF/INPS beworben. Stand der Dinge?</b><BR />Pechlaner: Dazu nur so viel: Jetzt bin ich da in Meran und schaue, wie es weitergeht. Der Rest ist noch offen.<BR /><b><BR />Und was steht im Gesundheitsbezirk Meran an?</b><BR />Pechlaner: Mir fehlen über 2,5 Jahre. Ich muss mir erst einen Überblick verschaffen, schauen, wo es Potenziale gibt, um Dinge zu verbessern oder Neues zu gestalten. Für mich ist es ein Neustart. Ich muss mir meinen Platz erst suchen. Von meinem Ex-Team ist Gottfried Federspiel in Pension, Dr. Herbert Heidegger geht Mitte Juli. Ich habe Bozen geleitet, war Kommissarin, habe meine Erfahrungen gemacht, die mich verändert haben.<BR /><BR /><b>Inwiefern?</b><BR />Pechlaner: Ich betrachte die vielen Facetten einer Sache und ich schaue dann nur mehr auf die Quintessenz.