Seit Tagen schon hatten die Experten der Verkehrsmeldezentrale und die Ordnungshüter allen Gästen ans Herz gelegt, ihre Rückreise wenn irgendwie möglich erst am Montag anzutreten. Viele Hoteliers gaben den guten Ratschlag auch weiter. Befolgt haben dürften den eindringlichen Appell allerdings nicht viele Gäste, denn ab den späten Vormittagsstunden wälzten sich am Sonntag Blechkolonnen über fast alle Hauptdurchzugsstraßen in Südtirol und auch im Trentino – vornehmlich Richtung Süden. Gegen elf Uhr bildete sich auf der Brennerautobahn in Richtung Süden zuerst ab Klausen, später „nur mehr“ zwischen Bozen Nord und Affi abschnittsweise Stau wegen Überlastung. Wer aus dem Pustertal Richtung Autobahneinfahrt Brixen/Vahrn unterwegs war, hatte bis dorthin auch schon ein Geduldsspiel hinter sich, denn auch auf der Pustertaler Straße ging es bereits zu Mittag zeitweise nur im Schritttempo voran. Verkehrsfunkhörer, die die Staumeldungen von der Autobahn verfolgt hatten und auf die Brennerstaatsstraße auswichen, kamen auch nicht viel schneller voran: Schon im Leiferer Tunnel ging es nur mehr schrittweise weiter, die Kolonne reichte abschnittsweise bis zur Höhe der Industriezone von Leifers. Nicht viel besser erging es jenen, die sich vom Überetsch Richtung Autobahneinfahrt Bozen Süd auf den Weg gemacht hatten. Ab Eppan herrschte nämlich – ebenfalls seit dem späten Vormittag – auf der MeBo Kolonnenverkehr wegen Überlastung. Und von diesem Stau waren natürlich auch jene betroffen, die zum Christkindlmarkt ins Stadtzentrum von Bozen unterwegs waren.Auch die anderen Christkindlmärkte – sowohl in Südtirol als auch im Trentino – hatten regen Zulauf. In Trient befolgten viele Autofahrer für ihre Heimreise den Rat des Zivilschutzes, erst in Rovereto auf die Autobahn aufzufahren. Dort kamen sie mit diesem „Trick“ auch nicht schneller weiter: Den ganzen Nachmittag über wurden – in Richtung Süden – zwischen Carpi und der Anschlussstelle der A22 mit der A1 (Modena) rund sechs Kilometer Stau gemeldet. Erst am frühen Abend lösten sich die Kolonnen auf. Auf der Autobahn reichte der Stau gegen 19 Uhr aber immer noch zurück bis St. Michael an der Etsch.rc