Sonntag, 03. Juli 2016

Russisches Löschflugzeug abgestürzt: Zehn Tote

Zwei Tage nach dem Absturz eines russischen Löschflugzeugs in der sibirischen Taiga ist das ausgebrannte Wrack entdeckt worden. Die russischen Behörden gingen vom Tod aller zehn Besatzungsmitglieder aus.

Das Flugzeug des Typs Il-76 (im Bild ein Foto aus dem Jahr 2010) stürzte in der russischen Taiga ab. Alle Insassen kamen ums Leben.
Das Flugzeug des Typs Il-76 (im Bild ein Foto aus dem Jahr 2010) stürzte in der russischen Taiga ab. Alle Insassen kamen ums Leben. - Foto: © APA/AFP

Bis zum Sonntagnachmittag im Gebiet Irkutsk bargen Rettungsleute sechs Leichen. Auch die Flugschreiber der Maschine vom Typ Iljuschin Il-76 wurden russischen Agenturen zufolge gefunden.

Auf Rückflug verschwunden

Das Flugzeug hatte am Freitag Waldbrände in der Region bekämpft und war auf dem Rückflug vom Radar verschwunden. Gefunden wurde das Wrack an einem bewaldeten Berghang etwa 650 Kilometer nordöstlich der Gebietshauptstadt Irkutsk.

Die Maschine habe beim Absturz einen weiteren Waldbrand ausgelöst. Von der Il-76 blieb nur das Leitwerk erhalten. „Die Maschine ist sonst vollständig verbrannt“, sagte Sergej Didenko, Leiter des regionalen Zivilschutzes.

Bei der tagelangen Suchaktion in den Weiten der Taiga gaben Einwohner des Dörfchens Rybny Ujan den entscheidenden Hinweis. Die Behörden hielten die Siedlung für verlassen, trotzdem leben dort etwa 20 Menschen.

Erst ein Knall, dann verstummen die Triebwerke

Sie berichteten, die Maschine sei über sie hinweggeflogen. Es habe einen Knall gegeben, dann seien die Triebwerke verstummt. Als Unglücksursache vermutet der Einsatzstab technisches Versagen oder einen Pilotenfehler.

Irkutsk liegt 4.200 Kilometer östlich von Moskau in der Nähe des bei Touristen beliebten Baikalsees. In dem Gebiet wüten seit Tagen Waldbrände. Die Il-76 kann 42 Tonnen Wasser an Bord nehmen und gilt damit als eines der größten Löschflugzeuge der Welt.

apa/dpa

stol