Mittwoch, 06. Mai 2020

Russisches Militär zieht Helfer aus Italien ab

Nach einem rund sechswöchigen Einsatz in Italien zieht das russische Verteidigungsministerium seine Helfer im Kampf gegen das Coronavirus aus dem Nato-Land wieder ab.

Russische Soldaten waren u.a. in Brescia im Einsatz.
Russische Soldaten waren u.a. in Brescia im Einsatz. - Foto: © ANSA / Filippo Venezia
An diesem Donnerstag beginne die Rückführung der Spezialisten. Verteidigungsminister Sergej Schoigu ordnete am Mittwoch einen feierlichen Empfang für Einheiten an, wie die Staatsagentur Tass meldete. Russland hatte auf Bitten Italiens vom 22. bis 25. März 15 Flugzeuge mit Personal und Ausrüstung für den Kampf gegen das Coronavirus in das Land geschickt.

Im Einsatz waren rund 100 Virologen und Spezialisten des Verteidigungsministeriums. Russland hatte zudem Fahrzeuge, Laboratorien, Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung nach Italien gebracht. In rund 100 Ortschaften seien die Ärzte, Schwestern und andere Helfer unterwegs gewesen. Russische Militärärzte arbeiteten demnach außerdem in einem Feldlazarett in der Stadt Bergamo.

Das Ministerium hatte Vorwürfe zurückgewiesen, dass Moskau mit der Hilfe die Nato oder die EU spalten wolle. Es gebe keine geheimen Hintergedanken für Hilfe in der Not, hatte Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin zuletzt gesagt. Das Ministerium wies zudem Befürchtungen zurück, dass Militärspione und Experten für biologische Kampfeinsätze unter den Helfern gewesen seien. Das russische Militär hatte außerdem Serbien Hilfe geschickt.

Kremlchef Wladimir Putin hatte angekündigt, die Erfahrungen der Experten nach ihrer Rückkehr zu nutzen. In Russland verschärft sich die Lage. Seit Tagen wächst die Zahl der Neuinfektionen trotz strenger Ausgangssperren um täglich mehr als 10.000 Fälle. Viele Krankenhäuser, in denen Ärzte und Schwestern erkranken oder sterben, sind auf Unterstützung angewiesen. Deshalb sollen auch Medizinstudenten für die Krankenhausarbeit herangezogen werden.

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dpa

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