Dienstag, 06. September 2016

Russland: Mann droht Haft wegen Pokemon-Go in Kirche

Die russische Justiz geht hart gegen einen Blogger vor, der in sich einer Kirche beim Spielen von Pokemon-Go gefilmt und die Aufnahmen ins Internet gestellt hatte.

Foto: © APA/DPA

Ruslan Sokolowski drohen bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft. Sein Video wurde auf Youtube bereits mehr als eine Million Mal angeklickt.

Während die russisch-orthodoxe Kirche scharf gegen den 21-Jährigen wettert und Kreml-nahe Medien von einem „Skandal“ schreiben, forderte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Freilassung des Mannes. Die Justiz wirft Sokolowski aus Jekaterinburg im Ural vor, die Gefühle der Gläubigen verletzt und zu Hass angestachelt zu haben.

Mann verglich Jesus mit Monstern

Wie die Ermittlungsbehörden am Dienstag mitteilten, wurde bei einer Hausdurchsuchung ein „Spionagestift“ gefunden, mit dem der Verdächtige verdeckt Aufnahmen habe machen können. Dafür könnte Sokolowski für weitere vier Jahre ins Gefängnis gehen. Er sitzt seit zwei Monaten in Untersuchungshaft und wehrt sich dagegen.

Das am 11. August gepostete Video zeigt Sokolowski vor dem Altar der Kathedrale auf dem Blut bei der Jagd nach virtuellen Pokemon-Monstern. Angeblich vergleicht er zudem Jesus mit den Monstern. Die Kirche wurde in Jekaterinburg auf historischem Grund errichtet: Dort wurde 1918 die Zarenfamilie von Bolschewisten ermordet.

apa/afp

stol