Freitag, 1. April 2022

Russland wirft Ukraine Angriff auf russischem Territorium vor

Erstmals seit Beginn des Krieges hat Russland der Ukraine einen Angriff auf das eigene Territorium vorgeworfen. Ukrainische Hubschrauber hätten ein Treibstofflager im Westen Russlands angegriffen und einen Großbrand ausgelöst, so der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, am Freitag im Messengerdienst Telegram.

Ein großes Tanklager im - Foto: © ANSA / EMERCOM OF RUSSIA PRESS SERVICE

Beide Seiten setzten ihre Verhandlungen um eine Waffenruhe dennoch fort. Trotz des mutmaßlichen Angriffs in Belgorod wurden die Verhandlungen über eine Waffenruhe wieder aufgenommen.

Foto: © ANSA / TWITTER TPYXA



Der Kreml erklärte, der Angriff in Belgorod werde die Verhandlungen über eine Waffenruhe mit Kiew erschweren. „Damit werden natürlich keine günstigen Voraussetzungen für die Fortsetzung der Verhandlungen geschaffen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. „Unsere Positionen zur Krim und zum Donbass haben sich nicht verändert“, erklärte der russische Unterhändler Wladimir Medinski auf Telegram.

Foto: © ANSA / TWITTER TPYXA



Wie der Gouverneur der Region schrieb, löste der „Angriff zweier ukrainischer Armeehubschrauber, die in niedriger Flughöhe auf russisches Staatsgebiet vordrangen“, ein großes Feuer in dem Tanklager aus. Zwei Angestellte seien durch das Feuer verletzt worden. Auf einem vom Katastrophenschutzministerium veröffentlichten Video waren gewaltige schwarze Rauchwolken über den Tanks zu sehen. Belgorod liegt nur rund 40 Kilometer von der ukrainischen Grenze und etwa 80 Kilometer von der ukrainischen Stadt Charkiw entfernt, die seit dem Beginn der russischen Offensive massiv attackiert wird.

Das ukrainische Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme zu den russischen Vorwürfen ab. Die Ukraine verteidige sich derzeit und könne nicht für „jede Katastrophe auf russischem Territorium“ verantwortlich gemacht haben, sagt ein Ministeriumssprecher. „Ich werde diese Vorwürfe weder bestätigen noch dementieren.“

Alle Berichte zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.

apa/afp/reuters/dpa

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