Sowohl der Rechnungshof als auch die Bozner Staatsanwaltschaft haben die SAD ins Visier genommen. Der Verdacht: Die SAD habe vom Land Gelder rückerstattet bekommen, die nicht direkt durch den Transportdienst bzw. dessen Kosten entstanden seien. Rund 50.000 Euro pro Jahr sollen es von 2004 bis 2010 gewesen sein. Geld soll u.a. für Sponsoring, Essen und Reisen ausgegeben worden sein. Im Jänner hatte Staatsanwalt Giancarlo Bramante seine Ermittlungen wegen Betrugsverdachts abgeschlossen. Ins Visier geraten waren Ex-Generaldirektor Klaus Kemenater, Generaldirektor Piero Maccioni und Christoph Perathoner. Letzterer zeigte sich schon bei Abschluss der Ermittlungen gegenüber den „Dolomiten“ überzeugt, dass sich alles aufklären werde. „Finanzbeamte haben fast eineinhalb Jahre lang Kontrollen durchgeführt und konnten sich anhand unserer Unterlagen überzeugen, dass jede noch so kleine Rechnung und Ausgabe genauestens belegt wurde,“ sagte Perathoner. Die SAD sei zu 90 Prozent ein privates Unternehmen und nur zu zehn Prozent ein Unternehmen mit indirekter Beteiligung des Landes. „Möglicherweise besteht ja Klärungsbedarf, ob wir – wie andere Privatunternehmen – Sponsoring und Spenden für gemeinnützige Organisationen machen dürfen.“ Und bei den Reisen haben es sich um Weiterbildungs- und Dienstfahrten gehandelt, z.B. zu Versammlungen der gesamtstaatlichen Vereinigung der Transportunternehmer (ASSTRA). „Der Betrugsvorwurf ist aber nicht haltbar“, meinte er. Zumindest, was seine Person betrifft, sollte er Recht behalten. Richter Carlo Busato sprach Perathoner bei der gestrigen Vorverhandlung frei, weil er die ihm zur Last gelegte Straftat nicht begangen habe. Für Generaldirektor Piero Maccioni und Ex-Generaldirektor Klaus Kemenater verfügte der Richter hingegen die Einleitung des Hauptverfahrens. Es beginnt am 17. Oktober. rc/D