Leuchtend weißer Schnee vermag das Sonnenlicht fast in seiner Gänze zu reflektieren, während dunklere Schichten die Energie absorbiert und somit die Gletscheroberfläche weit stärker erwärmt. <BR /><BR />Soviel in wenigen Worten zur Physik hinter dem Phänomen des Rückstrahlvermögens einer Oberfläche – in der Wissenschaft als Albedo-Effekt bekannt. <BR /><BR />Nun macht sich dieser Effekt im verstärkten Ausmaß auf den Alpengletschern bemerkbar, weil die oberen Schneeschichten weggeschmolzen sind und darunter nach und nach dunklere Schichten zum Vorschein gekommen. Dunklere, großflächige Schichten, die vor allem den diversen Saharastaub-Ereignissen der vergangenen Monate zuzuschreiben sind, wie kürzlich die Mitglieder der Glaziologischen Kommission der SAT (Società Alpinisti Tridentini) auf den Gletschern im Trentino beobachtet haben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1056048_image" /></div> <BR /> „Seit Wochen liegt die Null-Grad-Grenze bei über 4000 Meter, sodass die Schneedecke mittlerweile jeden Tag um 20 bis sogar 25 Zentimeter schmilzt und sich die dunklen Schichten im Abschmelzen kumulieren“, erläutert der renommierte Südtiroler Glaziologe und Klimaforscher Georg Kaser. <BR /><BR />Somit wird es nach seiner Einschätzung auch im heurigen Jahr keine positive Massenbilanz der Alpengletscher geben, wenngleich die Voraussetzungen hierfür infolge der teils rekordverdächtigen Schneefälle durchaus gegeben gewesen wären. Der Saharastaub und insbesondere der Klimawandel machen diesbezüglich jegliche Hoffnung zunichte.