Mittwoch, 04. Juli 2018

Salisbury: Paar durch unbekannte Substanz schwer erkrankt

Vier Monate nach dem Giftanschlag auf die Skripals sind wieder ein Mann und eine Frau durch eine unbekannte Substanz lebensbedrohlich erkrankt. Die beiden liegen in derselben Klinik im südenglischen Salisbury wie damals der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal (67) und seine Tochter Julia (33).

Foto: © APA/AFP

Erwartungsgemäß seien Terrorexperten in die Ermittlungen einbezogen worden, teilte Scotland Yard am Mittwoch mit. Die Polizei in der Grafschaft Wiltshire sprach von einem „größeren Vorfall“. Ein Verbrechen konnte die Polizei zunächst ebenso wenig ausschließen wie Drogenmissbrauch. Man gehe unvoreingenommen an den Fall heran.

Im vergangenen März waren Teile der Innenstadt von Salisbury abgeriegelt worden, nachdem die Skripals mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden waren. Sie saßen bewusstlos auf einer Parkbank. London bezichtigte Moskau als Drahtzieher der Tat.

Nowitschok war in der früheren Sowjetunion hergestellt worden. Das Attentat löste eine schwere internationale Krise aus. Zahlreiche westliche Staaten, auch Deutschland, wiesen Dutzende russische Diplomaten aus. Moskau reagierte mit ähnlichen Maßnahmen. Die Skripals leben inzwischen an einem unbekannten Ort.

Nach dem jüngsten Vorfall wurden einige Bereiche in Salisbury und in dem Wohnort des Paares, Amesbury rund 13 Kilometer weiter nördlich, vorsichtshalber abgesperrt. Die Gesundheitsbehörde ging nicht von einer „bedeutenden Gesundheitsgefährdung“ für die Öffentlichkeit aus. Das Paar im Alter von etwa 40 Jahren soll unter anderem eine Familienveranstaltung in einer Kirche besucht haben, bevor es am Samstagabend bewusstlos in seinem Wohnhaus entdeckt wurde.

apa

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stol