Dienstag, 24. Mai 2016

Saltuaris Ultimatum: "Mehr Betten, sonst Kooperation beendet"

2013 fiel am Sterzinger Spital der Startschuss für die Abteilung Neurorehabilitation. Damals umfasste die Station 15 Betten, „die in kurzer Zeit auf 23 erweitert“ werden sollten. Drei Jahre sind seitdem ins Land gezogen. Noch immer zählt die Abteilung 15 Betten. Leopold Saltuari reißt der Geduldsfaden.

Leopold Saltuari - Foto: DLife
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Leopold Saltuari - Foto: DLife

Zur Erinnerung: Mit Start der Neuroreha am Krankenhaus Sterzing war zwischen dem Südtiroler Sanitätsbetrieb und den „tirol kliniken“ – früher Tilak – ein Vertrag geschlossen worden. Dieser sah vor, dass Professor Leopold Saltuari, Primar der Abteilung für neurologische Akutnachbehandlung am Landeskrankenhaus Hochzirl, die Neuroreha in Sterzing als sogenanntes Kompetenzzentrum aufbaut und Forschung betreibt. Saltuari ist seitdem Forschungsleiter der Abteilung.

Doch so gut abgestimmt, wie das klingt, läuft die Arbeit in Sterzing offenbar nicht: Am Dienstag rief Saltuari zu einer Pressekonferenz. Er wolle „klare Worte“ sprechen. Und das tat er: Er stellte fest, dass „sich eine Abteilung mit nur 15 Betten ökonomisch und fachlich nicht trage“. Die Bettenanzahl müsse dringend auf 21 oder 23 erhöht werden. Zudem gelte es die Research-Tätigkeit – sprich: die Forschung – entsprechend zu fördern.

Saltuari: Bin ohne Vertrag, ohne Bezahlung

Zudem, sagte Saltuari, arbeite er seit Jänner 2016 am Sterzinger Krankenhaus „ohne Bezahlung, ohne Vertrag, ohne Versicherung“. Denn der Vertrag war mit Ende 2015 ausgelaufen.

Die Weiterführung der „Kooperation“ hatte die Landesregierung Ende 2015 zwar formell beschlossen. Dann allerdings: monatelang Funkstille. Im Mai trudelte bei den „tirol klinken“ schließlich doch noch ein Vertrag ein – bereits unterschrieben von Thomas Schael, Generaldirektor des Sanitätsbetriebs. Allerdings ohne vorher mit der Gegenseite verhandelt zu haben.

Saltuari droht mit Abgang

„Wenn die Betten nicht auf mindestens 21 oder 23 aufgestockt werden, und ich nicht innerhalb dieser Woche eine Antwort bekomme, dann sehe ich diese Kooperation als beendet“, sagte deshalb Saltuari am Dienstag. Die Bettenaufstockung sei eine Conditio sine qua non.

Er warte noch diese Woche ab. Ein Ultimatum, das das Land nicht auf sich sitzen ließ.

Sabes: Vertrag muss nur noch unterschrieben werden

Zuerst meldete sich der Südtiroler Sanitätsbetrieb: Das ursprüngliche Projekt des Kompetenzzentrums könne nicht erreicht werden, hieß es in einer Presseaussendung des Sabes. Doch: An der Forschung auf dem Gebiet wolle der Sanitätsbetrieb trotzdem festhalten – mit ihm, Professor Leopold Saltuari. „Dafür wurden für die Jahre 2016-2018 jeweils 90.000 Euro zugewiesen.“

Konkret sei vereinbart worden, dass Saltuari bis zu 8 Stunden pro Woche sowie ein Facharzt für Neurologie und ein Physiotherapeut im Ausmaß von jeweils 4 Stunden pro Woche die Abteilung in Sterzing unterstützen. Die Vereinbarung sei der Direktion der „tirol kliniken“ zugeschickt worden. Nun fehle nur noch die Unterschrift von Saltuari, schreibt der Sanitätsbetrieb und bezieht sich dabei auf eine Mitteilung der „tirol kliniken“.

Land: Wir informieren sehr wohl

Etwas später am Nachmittag meldete sich dann auch die zuständige Landesrätin in einer Aussendung zu Wort: Martha Stocker verweist darauf, dass „die Wissenschaftsarbeit in der Neurorehabilitation laufend mit dem Leiter des zuständigen Kommitees Saltuari abgestimmt“ werde. Auch über den aktuellen Stand der Vertragsverhandlung habe das Land laufend informiert – nämlich mit insgesamt 7 Schreiben im Laufe von 6 Monaten.

stol

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