Donnerstag, 28. April 2016

Samariter sein: Papst und Bischof sprechen über die Flüchtlingshilfe

Die Flüchtlingshilfe und die geplante Grenze am Brenner waren zwei heikle Themen, über die Bischof Ivo Muser am Mittwoch im Rahmen der Generalaudienz mit Papst Franziskus gesprochen hat. Der Bischof war mit Südtiroler Pilgern auf Diözesanwallfahrt in Rom, die am Donnerstag zu Ende geht.

Herzlicher Empfang von Papst Franziskus für Bischof Muser am Mittwoch in Rom.
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Herzlicher Empfang von Papst Franziskus für Bischof Muser am Mittwoch in Rom.

Papst Franziskus hat bei der Generalaudienz ausdrücklich die Pilger der Diözese Bozen-Brixen und Bischof Ivo Muser genannt und begrüßt und alle dazu ermutigt, im Alltag die vielfältigen Gelegenheiten zu erkennen, um den Notleidenden wirklich ein Nächster zu werden.

Beim Gespräch zwischen Bischof Muser und Papst Franziskus hatte der Heilige Vater die Bedeutung der Flüchtlingshilfe und die geplante Grenze am Brenner angesprochen und auf die Dringlichkeit der Hilfe für Menschen auf der Flucht hingewiesen.
Bischof Muser hat seinerseits dem Heiligen Vater für das Schreiben „Amoris Laetitia“ gedankt. „Dieses Schreiben ist ein Geschenk, da es eine großartige pastorale Hilfe darstellt", so der Bischof.

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter 

Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz wurde an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter erinnert. Der Samariter, ein vermeintlich unzuverlässiger Ausländer, blieb nicht Zuschauer, sondern war barmherzig. Mitleid zu haben bedeutet vom Elend des anderen ergriffen zu sein. Die Pilger wurden in diesem Kontext eingeladen, den Notleidenden nahe zu sein und ein Herz zu haben, das zum Mitleid fähig ist. 

Am Mittwoch feierten die Pilgerinnen und Pilger aus der Diözese Bozen-Brixen dann auch mit Bischof Ivo Muser einen Gottesdienst im Petersdom an der Cattedra Petri. Dabei erklärte der Bischof die Bedeutung der Aussage, dass Petrus der Fels sei, auf dem die Kirche gebaut wird und wies in seiner Predigt darauf hin, dass bei Petrus das Bekenntnis und der Verrat eng zusammengehören. „Genauso ist es oft auch in unserem Leben“, so Bischof Muser, der in Anlehnung an eine Aussage von Benedikt XVI. darauf verwiesen hatte, dass es auch in der Kirche der Zukunft einen sündigen Papst, sündige Bischöfe, sündige Priester, sündige Gläubige geben werde – aber stets auch das Bekenntnis und den Mut des Petrus. 
„Petrus ist eine Gestalt, an der deutlich wird, was uns das Jahr der Barmherzigkeit schenken will – gerade auch aufgrund seines Verrates" , so der Bischof.

Erstkommunikant aus St. Ulrich darf zum Papst

Zum sogenannten „Baciamano" konnte Bischof Muser zwei Personen mitbringen - so hatte Generalvikar Josef Matzneller die Gelegenheit mit Papst Franziskus zu sprechen, sowie der jüngste Teilnehmer der Wallfahrt, der aus St. Ulrich stammt und am vergangenen Sonntag seine Erstkommunion gefeiert hatte.

Am Donnerstag, dem letzten Tag dieser Diözesanwallfahrt, steht die Besichtigung der Kallixtus-Katakombe sowie der Basilika San Paolo fuori le mura auf dem Programm, wo die Pilger mit dem Bischof Eucharistie feiern werden.

Für Thomas Stürz, dem Leiter des diözesanen Pilgerbüros, zeichnet diese Wallfahrt vor allem die gute Stimmung und der Glaubensweg aus, den die rund 200 Pilgerinnen und Pilger
gemeinsam mit Bischof Ivo Muser beschreiten. „Möge diese Wallfahrt im Alltag weiter geschrieben werden“, so Stürz.

stol

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