Bei einer Transplantation stehen meist die körperlichen Beschwerden im Vordergrund, doch sollte auch die emotionale Belastung keineswegs unterschätzt werden, hieß es auf der von AFI und dem Verein „Transplantation ist Leben“ organisierten Tagung. „Nicht zu wissen, ob man den Eingriff überlebt, kratzt natürlich an der Psyche“, so AFI-Präsident Dorigoni. <BR /><BR />Aber auch wenn die Transplantation problemlos verlaufen ist, bedeutet das noch lange nicht, dass alle Sorgen verschwunden sind. Es folgen das ständige Einnehmen von Medikamenten, regelmäßige Untersuchungen und mehr. Womöglich kommen finanzielle Sorgen hinzu, da die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit oft ungewiss ist.<h3> Mitarbeiter zu erhalten, macht sich bezahlt</h3> „Dabei kann es sich lohnen, einen Mitarbeiter, der sich einer Transplantation unterzieht, zu erhalten – auch wenn es finanziell im ersten Moment nicht so scheint“, stellte Dorigoni klar. „Dafür ist der Angestellte mit Sicherheit dankbar. Womöglich leistet er danach umso mehr und bleibt für lange Zeit im Betrieb.“ <BR /><BR />Dennoch ist die Bereitschaft, einen Transplantierten einzustellen, in vielen Südtiroler Unternehmen gering. „Andere sind wiederum vorbildlich unterwegs, aber im Großen und Ganzen besteht noch Luft nach oben.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-68898600_quote" /><BR /><BR />Eine, die sich nicht von ihrer Transplantation unterkriegen ließ und den Wiedereinstieg ins Berufsleben geschafft hat, ist <b>Ilaria Poch</b>. Die 33-Jährige ist heute bei der Vereinigung „La Strada – Der Weg“ angestellt.<BR /><BR /> „In der Gesellschaft mangelt es teils an Sensibilität gegenüber dem Thema Organtransplantation, auch bei vielen Arbeitgebern“, bemängelte Poch. Natürlich sei es schwer, die Auswirkung einer Transplantation nachzuvollziehen, wenn man sie nicht selbst erlebt habe – aber etwas mehr Verständnis wäre wünschenswert.<BR /><BR /><embed id="dtext86-68898604_quote" /><BR /><BR />Vor ihrer Organtransplantation war <b>Stefania Morello</b> selbstständig, ihren eigenen Betrieb musste sie schweren Herzens aufgeben. „Nachdem ich alles gut überstanden hatte, bot mir die Alperia die Möglichkeit, im Unternehmen einen beruflichen Neubeginn zu starten“, blickte sie zurück. „Kürzlich wurde ich sogar zur Koordinatorin meiner Abteilung befördert.“ Unternehmen sollten die Betroffenen nicht nur als Kostenfaktor sehen, sondern auch das menschliche Schicksal dahinter nicht vergessen.