Mittwoch, 01. Juli 2015

Sanitäts-Chef ernennt vorerst keine neuen Primare

Er ist für die gesundheitliche Versorgung aller zuständig und werde sich nicht mit Problemen einzelner plagen, so Thomas Schael, Generaldirektor des Sanitätsbetriebes. Ein konkretes Ergebnis brachte das Gewerkschaftstreffen allerdings doch: Schael vereinbarte, vorerst keine neuen Primare und Führungskräfte zu ernennen.

"Mein Auftrag ist die gesundheitliche Versorgung der gesamten Bevölkerung im Einzugsgebiet zu garantieren und zu verbessern", so der neue Sanitäts-Chef Thomas Schael.
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"Mein Auftrag ist die gesundheitliche Versorgung der gesamten Bevölkerung im Einzugsgebiet zu garantieren und zu verbessern", so der neue Sanitäts-Chef Thomas Schael.

Das Treffen mit den rund 20 ärztlichen und nicht-ärztlichen Gewerkschaftsvertretern war als reiner Meinungsaustausch angesetzt, brachte aber ein konkretes Ergebnis.

Wie allgemein bekannt, wird derzeit an der Novellierung des Landesgesetzes Nr.7/2001 gearbeitet. Dieses legt im Zuge der Gesundheitsreform die Neuordnung des Landesgesundheitsdienstes fest. Innerhalb der nächsten Monate sollen die Grundzüge feststehen.

Angesichts der „laufenden Arbeiten“ forderten die Gewerkschaftsvertreter insbesondere hinsichtlich anstehender Primar-Ernennungen eine strukturierte und einvernehmliche Vorgangsweise.

 

Ein weiteres Treffen soll folgen.

Generaldirektor Schael vereinbarte im Einvernehmen mit allen Gewerkschaften, keine neuen Primare und Leiter von Abteilungen und Diensten zu ernennen. „Es wäre unverantwortlich, diese Ernennungen jetzt ohne eine klare Vorgabe zu haben durchzuführen. Sobald aber die gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind – und das Land Südtirol möchte diese in den nächsten 2-3 Monaten schaffen - , werden wir die ausstehenden Ernennungen rasch und zügig vornehmen", so Schäl.

Bis dahin werde es nur Ernennungen zu geschäftsführenden Direktoren geben, erläuterte Thomas Schael.

Für ein klare Struktur des "neuen" Sanitätsbetriebes

Von Seiten aller Gewerkschaftsvertreter wurde diese strukturierte Vorgangsweise voll und ganz geteilt. Einigkeit bestand auch in der Einschätzung, dass der „neue“ Sanitätsbetrieb eine klare, organische Struktur brauche, die eine einheitliche, landesweite Ausrichtung und Führung ermögliche.

Alle Beteiligten nutzten die Gelegenheit, aktuelle Themen und Probleme anzusprechen.

Generaldirektor Thomas Schael stellte gleich zu Beginn klar, dass er Wert darauf legt, die verschiedenen Ebenen und Verantwortlichkeiten auseinanderzuhalten: „An diesem Tisch hier können nur Themen verhandelt werden, die in die Zuständigkeit des Sanitätsbetriebes fallen. Die Vorgaben und politischen Entscheidungen werden in anderen Gremien getroffen.“

Schael: "Erwartet nicht, dass ich mich um jedes Problem kümmere"

Auch bringt es die Größe des Sanitätsbetriebes mit sich, dass die Generaldirektion sich auf die strategische Führung konzentriert: „Erwartet von mir nicht, dass ich den Generaldirektor eines Krankenhauses mache oder mich um jedes operative Problem im Einzelnen kümmern werde."

Jeder im Betrieb habe seine Rolle und Verantwortung – die Direktoren der Abteilungen und Dienste, jene der Krankenhäuser und jene der Bezirke.

"Mein Auftrag ist die gesundheitliche Versorgung der gesamten Bevölkerung im Einzugsgebiet zu garantieren und zu verbessern. In dieser Hinsicht werde ich alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Pflicht nehmen", so der neue Chef.

Und doch drücken auch Einzelheiten

Zur Sprache kamen denn auch notgedrungen eine Vielzahl von Einzelthemen, die aber – so GD Schael – eine strukturierte und koordinierte Herangehensweise erfordern: „Wir werden nicht alles sofort lösen, wir haben aber gute Voraussetzungen ein hochwertiges, integriertes Gesundheitssystem auch für die Zukunft sicherzustellen.“

Für September wurde die nächste Aussprache angesetzt.

stol

stol