Die Bilanz sei gut, die Zukunft aber ungewiss, zog Dr. Andreas Fabi, Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Bilanz. Auf Hiobsbotschaften aus Rom sei man vorbereitet.Budgetrahmen unterschrittenZu den Zahlen: Für den Südtiroler Sanitätsbetrieb hat das Land Südtirol im vergangenen Jahr 1,174 Milliarden Euro ausgegeben. Fast 1,2 Milliarden Euro kostete demnach dem Steuerzahler die Südtiroler Sanitätsstruktur.Zahlen, hinter denen Menschen stünden, rief Fabi in Erinnerung, oftmals tragische Menschenschicksale.Über den zu 100 Prozent eingehaltenen Budgetrahmen zeigte er sich zufrieden.„Wir haben ihn um 13,143 Millionen Euro unterschritten, und das in Zeiten, in denen die Lebenserwartung steigt, neue Technologien den Markt erobern und chronische Krankheiten stark zunehmen.“Vergleich zu 2010: Kosten sind um 1,19 Prozent gestiegenDer Vergleich zum Vorjahr zeigt, dass die Kosten im Sanitätsbetrieb um 1,19 Prozent gestiegen sind.„Mehrkosten gab es u.a. bei sanitären Gütern, insbesondere beim Einkauf pharmazeutischer Produkte und bei Hämoderivaten“, listete der Generaldirektor auf.Löwenanteil machen Personalkosten ausDer Löwenanteil der Kosten ist jedoch in das Personal geflossen: Im Jahr 2011 waren es 555.752.166 Euro, ein Minus von 0,14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.„Die Personalkosten betragen mehr als 48 Prozent des Gesamtbudgets. Wir haben es im vergangen Jahr geschafft, die Kosten zu reduzieren. Nicht indem wir beim Personal gespart haben, sondern dank der ‚Solidaritätsabgabe‘ bei den hohen Gehältern, einem Minus an Rückstellungen und dank der Eindämmung der Überstunden und der nicht genossenen Urlaube“, betonte Fabi.7.744 Mitarbeiter beschäftigte der Südtiroler Sanitätsbetrieb: Tendenz steigend.Denn: „Während wir im Verwaltungsbereich versuchen die Kosten zu reduzieren, haben wir im vergangenen Jahr bei den Ärzten, beim Krankenpflege-, Reha- und Pflegepersonal, aber auch beim sanitätstechnischen Personal aufgestockt.“Einnahmen ebenfalls gestiegenGestiegen seien aber auch die Einnahmen des Südtiroler Sanitätsbetriebes: Sowohl bei den Kostenbeteiligungen durch die Patienten, bei den Leistungen auf Bezahlung, als auch bei den verschiedenen Rückvergütungen verzeichne man ein deutliches Plus.Dank der Ticketbeteiligung flossen 17.226.193 Euro in die Kasse des Südtiroler Sanitätsbetriebes zurück. Im Jahr 2010 waren es noch 16.554.098 Euro.„Das hohe Niveau wollen wir halten“Der Generaldirektor des Sanitätsbetriebes unterstrich am Mittwoch, dass „der Südtiroler Sanitätsbetrieb als öffentlicher Dienstleister nicht Gewinn machen muss. Unser Ziel ist es, die Mittel und Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, bestmöglich einzusetzen. Das hohe Niveau wollen wir halten“.„Uns erwartet ein heißer Herbst“Ein Vorhaben, das angesichts der internationalen Krise und der rigorosen Sparmaßnahmen der Monti-Regierung zu einer immer größeren Herausforderung werde. Noch sei Südtirol auch im Sanitätswesen ein „gelobtes Land“. Noch.„Den Sanitätsbetrieb erwartet ein heißer Herbst, denn Rom wird dann bekanntgeben, wie viel Geld nach Bozen fließen wird“, unterstrich Fabi.Man müsse jetzt schon daran arbeiten, mögliche Hiobsbotschaften abzudämpfen und zwar in Form eines schlanken Managements. In fünf Jahren will Fabi dieses umgesetzt wissen. Bis dahin sollen sämtliche Abläufe und Arbeitsprozesse des Südtiroler Sanitätsbetriebes durchforstet und überprüft werden.Nicht von Oben herab, sondern von Unten herauf wolle man die Prinzipien des "Schlanken Managements" umsetzen, betonte Fabi.Dem Patienten – so das Versprechen des Generaldirektors – solle dabei kein Nachteil entstehen. Die sieben Südtiroler Krankenhäuser blieben erhalten - das sei eine Landesprämisse.Johanna Gasser