Mittwoch, 21. Februar 2018

Sanitätsbetrieb: Wartezeiten im Fokus

Vertreter der Bezirksgemeinschaften haben sich am Dienstag mit den Spitzenvertretern des Südtiroler Sanitätsbetriebes getroffen. Dieser so genannte Rat der Bezirksgemeinschaften hat sich unter anderem mit Maßnahmen zur Verkürzung der Wartezeiten für Fachvisiten beschäftigt.

Die Wartezeiten für Fachvisiten sollen weiter verkürzt werden.
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Die Wartezeiten für Fachvisiten sollen weiter verkürzt werden. - Foto: © shutterstock

Gleich zu Beginn lud SABES-Generaldirektor Thomas Schael die Vertreter der Bezirksgemeinschaften dazu ein, ihre Erwartungen und Wünsche zu formulieren. Die Antworten zeigten, dass die Repräsentanten der Bezirksgemeinschaften vor allem die Verbesserung der Wartezeiten für Untersuchungen und ärztliche Leistungen sowie der Wunsch nach umfangreiche Informationen direkt aus dem Sanitätsbetrieb am Herzen liegt.

Letzterem wurde sogleich entsprochen: Der Direktor der Abteilung Wirtschaft im Sanitätsbetrieb, Ernst Huber, stellte die aktuellen wirtschaftlichen Daten sowie die finanzielle Dreijahresplanung des Südtiroler Sanitätsbetriebes vor.

Ziele des Sanitätsbetriebes

Generaldirektor Thomas Schael informierte anschließend über die Ziele, die sich der Südtiroler Sanitätsbetrieb für die kommenden Jahre gesetzt hat und nannte dabei vor allem die Weiterentwicklung der Governance, Entwicklung der IT-Systeme, Reorganisation der Dienste, Prozesse und Leistungen, Verwirklichung der Gesundheitsziele und Ziele zur Optimierung der klinischen Führung sowie Entwicklung und Qualifizierung des Betriebes.

Die Planung der soziosanitären Versorgung von chronisch Kranken – also Chronik care - bezeichnete Schael als Schlüsselbereich der Zusammenarbeit zwischen Sanitätsbetrieb und Bezirksgemeinschaften. Und die Verkürzung der sowie die Ausweitung und das Vorantreiben der digitalisierten Verschreibung seien die Hauptziele für das laufende Jahr 2018, so Schael.

Maßnahmen zur Verkürzung der Wartezeiten

Die geplanten Maßnahmen zur Verkürzung der Wartezeiten erläuterte dann Luca Armanaschi, Direktor der Abteilung für Krankenhausbetreuung des Südtiroler Sanitätsbetriebes. Zuerst erklärt Armanaschi, dass bei den Vormerkungen auch berücksichtigt werden müsse, dass eine höhere Lebenserwartung und Zunahme von chronischen Krankheiten eine zunehmende Nachfrage nach sanitären Leistungen generiere. Diese treffe aber auf ein gleichgebliebenes Angebot.

Bei manchen Visiten ist Wartezeit gesunken

Letzteres bedingt durch Personalmangel, der durch die EU-Arbeitszeitregelung noch verstärkt wurde. Die Hebel zur Verbesserung seien bereits im „Mehrjährigen Plan zur Eindämmung der Wartezeiten in Südtirol 2016-2020“ festgelegt worden.

Erste Erfolge seien bereits nach einem arbeitsreichen Jahr erkennbar: so ist etwa die durchschnittliche Wartezeit für Rheumatologische Visiten im zweiten Semester 2016 verglichen mit dem zweiten Semester des Vorjahres um zehn Tage gesunken, bei HNO-Erstvisiten betrug die Reduktion gar 19 Tage, bei Urologischen Erstvisiten gab es ein Minus von sechs Tagen.

Folgende Maßnahmen sollen eine weitere Kürzung der Wartezeiten in den kommenden Monaten und Jahren bringen: Erhöhung der Angemessenheit der Verschreibung durch klaren Vorgaben, neue Anstellungen in den unterversorgten Bereichen, neue Aufträge an territorialen Ambulatoriumsfachärzten (SUMAI), Ausweitung innerbetrieblicher freiberuflicher Tätigkeit und Ankauf von Gesundheitsleistungen seitens privater und akkreditierter Südtiroler Anbieter.

Prozess erleichtern 

Um den Vormerkungsprozess Bürgern zu erleichtern sind folgende Maßnahmen geplant: Erhöhung des Angebots der landesweit vormerkbaren Leistungen, Aufstockung des Personals bei der landesweiten, einheitlichen Vormerkungsstelle, Schaffung neuer Vormerkungskanäle für die Bevölkerung (z.B. App, Verbesserung der Onlinevormerkung, Apotheken), sowie einen „Reminder-Dienst“.

Letzteren, um auf eine bevorstehende Visite hinzuweisen und so das Problem der nicht wahrgenommenen Visiten in den Griff zu bekommen, welche zur Verlängerung der Wartezeiten beitragen (aktuell werden ca. 15 Prozent der vorgemerkten Leistungen nicht wahrgenommen).

Verpflichtende Zahlung nicht abgesagter Termine 

Durch die verpflichtende Bezahlung nicht abgesagter Termine soll dieses zum größten Teil beseitigt werden. „Aber“, so Armanaschi abschließend, „wir benötigen noch ein wenig, um die geplanten Maßnahmen umzusetzen. Geben Sie uns noch etwas Zeit.“

stol

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