Montag, 01. April 2019

Sardinien: Wal mit 22 Kilogramm Plastik im Magen verendet

Vor der Küste Porto Cervos, dem beliebten Urlaubsort an der Nordostküste Sardiniens, ist ein toter Pottwal mit 22 Kilogramm Plastik im Magen gefunden worden.

22 Kilogramm Plastik befanden sich im Magen der trächtigen Walkuh. - Foto: Facebook
22 Kilogramm Plastik befanden sich im Magen der trächtigen Walkuh. - Foto: Facebook

Der italienische Umweltminister Sergio Costa postete ein Foto der toten Walkuh, wie sie aus dem Wasser gehievt wurde. Costa zeigte sich bestürzt und kündigte Maßnahmen gegen die Problematik des Plastikmülls im Mittelmeer an. Es sei ein Gesetz in Ausarbeitung, um die Meeresbewohner besser vor dem für diese tödlichen Plastikmüll zu schützen.

In dem Pottwal seien unter anderem Einkaufstaschen, Schnüre, Einwegteller, eine Waschmittelverpackung und Schläuche von Elektroinstallationen gefunden worden, teilte die Umweltschutzorganisation WWF mit. Das acht Meter lange Weibchen sei schwanger gewesen. Der Fötus sei zwei Meter groß gewesen und bereits im Inneren der Mutter verwest. Die genaue Todesursache des Wals muss noch untersucht werden. Er war bei dem Urlaubsort Porto Cervo an der Costa Smeralda entdeckt worden.

Plastik ist einer der schlimmsten Feinde der Meeresbewohner

„Plastik ist einer der schlimmsten Feinde der Arten im Meer“, erklärte der WWF in einer Mitteilung. Mehr als 90 Prozent der Schäden an der Tierwelt sei auf Plastik zurückzuführen. Schildkröten, Fische oder Wale verschluckten es oft oder verheddern sich darin. Europa sei nach China der größte Plastikproduzent.

Erst vor 2 Wochen verendete an einem philippinischen Strand ein Wal mit 40 Kilogramm Plastik im Magen. Das Tier sei regelrecht verhungert, weil der ganze Müll seinen Magen gefüllt habe, sagte dazu der Leiter des Naturkundemuseums von Davao, Darrell Blatchley, der sich an der Untersuchung des toten Tiers beteiligt hatte. Er sprach von einem traurigen Rekord. (STOL hat berichtet)

stol

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