Montag, 26. Oktober 2020

Sarntal: Coronafälle im Seniorenheim

Seit Beginn der Coronapandemie gab es bis vor wenigen Tagen im Sarntal insgesamt nur 5 Infizierte. Seit vergangener Woche hat sich das nun schlagartig geändert. Im Sarner Seniorenwohnheim wurden 8 Bewohner und 10 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Auch in Teilen der Bevölkerung gibt es immer mehr Infizierte.

Im Sarner Seniorenwohnheim wurden 8 Bewohner und 10 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet.
Badge Local
Im Sarner Seniorenwohnheim wurden 8 Bewohner und 10 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. - Foto: © krs
„Insgesamt wurden 8 Bewohner und 10 Mitarbeiter des Sarner Seniorenwohnheimes in den letzten Tagen positiv auf das Coronavirus getestet; zudem weisen 3 Personen einen zweifelhaften Test auf,“ sagte Manuel Locher, der Direktor der Sarner Stiftung. 3 Bewohner seien bereits in die Villa Melitta nach Bozen verlegt worden, und die übrigen Infizierten seien in einem abgegrenzten Trakt des Hauses untergebracht worden.

„Ich habe seit Freitagnachmittag rund 50 Schnelltests durchgeführt, davon waren 20 positiv“, sagt Dörte Bümmerstede, Hausärztin in Sarnthein, die dieses Wochenende im Dienst war. Die momentane Situation sei als sehr kritisch einzustufen. „Das sind horrende Zahlen und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn das waren alles Leute mit Symptomen. Das bedeutet, dass es sicher noch viele Asymptomatische gibt, die unterwegs sind“, fügt Bümmerstede hinzu. Es gebe mehr als Anlass zur Sorge, seien doch alle Bevölkerungsschichten und alle Altersgruppen betroffen.

Auch Bürgermeister Christian Reichsigl sieht mit Sorge die Zunahme der Infizierten im Sarntal. Er könne sich das nur mit den vielen Kontakten im privaten Bereich erklären. „Ich rufe alle dazu auf, sich strikt an die Verordnungen zu halten, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden“, sagte Reichsigl.

Rita Obkircher, die Pflegedienstleiterin in der Sarner Stiftung beruhigt: „Wir haben die Situation im Seniorenwohnheim unter Kontrolle. Allen Infizierten geht es momentan gut und auch aus personeller Sicht können wir den Pflegebereich abdecken.“ Man wolle, sobald es die Situation wieder zulasse, Besuche der Angehörigen wieder in Erwägung ziehen.

krs