SASA-Präsidentin Astrid Kofler spricht im Interview über das Hickhack beim Betriebsabkommen, die Folgen des richterlichen Dekretes und einen Meinungsumschwung...<BR /><BR /><b>Für gestern vorgestern war ein weiterer Streik angesagt und wurde dann doch abgesagt. Was hat sich getan?</b><BR />Astrid Kofler: Wir haben uns zu jedem Zeitpunkt gesprächsbereit und offen für den Dialog gezeigt. Auch nach dem richterlichen Dekret. Auch beim jüngsten Treffen mit besagten Gewerkschaften sind wir deren Punkte einen nach dem anderen durchgegangen, haben dabei aber unsere Linie stets beibehalten. Was also den Gesinnungswechsel der Gewerkschafter angeht, müssen Sie dort nachfragen. <BR /><BR /><BR /><b>Sie haben das Dekret angesprochen. Welche Konsequenzen hat es?</b><BR />Kofler: In Ausführung des gerichtlichen Beschlusses wird das Abkommen auf die Mitglieder derjenigen Gewerkschaften angewandt, die unterschrieben haben, sowie auf alle nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer – welche dem Unternehmen explizit mitgeteilt haben, ob sie die Anwendung der Vereinbarung wünschen. Innerhalb der Frist für die Einreichung der Formulare haben 80 Prozent dieser Mitarbeiter ihre Zustimmung zum genannten Abkommen erklärt. Und man bedenke, dass über die Hälfte aller Mitarbeitenden nicht gewerkschaftlich organisiert ist.<BR /><BR /><BR /><b>Wie kann dann das Abstimmungsergebnis beim Referendum zustande gekommen sein?</b><BR />Kofler: Eine gute Frage...<BR /><BR /><BR /><b>Und die Gewerkschaften, die nicht unterzeichnet haben, wollen nach wie vor lieber keine wirtschaftliche Besserstellung als nur die gebotenen „Krümel“?</b><BR />Kofler: Für uns bleibt es ein Angebot mit konkreten Lohnerhöhungen, das unter anderem auch eine zusätzliches jährliches Welfare von 250 Euro umfasst.<BR /><BR /><BR /><b>Können Sie die Kritik, das Abkommen gewähre nur Krümel nachvollziehen?</b><BR />Kofler: Wir legen als Betrieb sehr viel Wert darauf, dass es unseren Mitarbeitern gut geht. Und dafür haben wir einiges in Bewegung gesetzt. Das reicht von Maßnahmen für mehr Sicherheit auf den Bussen über ein psychologisches Angebot, Weiterbildung – auch in Sachen Resilienz – bis eben hin zum Lohn. Die Gehälter im Fahrdienst sind in den letzten Jahren um 25 Prozent und in manchen Fällen sogar noch mehr gestiegen. Ein Fahrer kann bei uns 2400 Euro netto im Monat, gerechnet auf zwölf Monate, verdienen. Auch das Abkommen vom November sieht weitere Lohnerhöhungen für Fahrpersonal, Werkstattmitarbeiter und Verwaltungsmitarbeiter vor, ohne Gegenleistung. Aber wir müssen als Betrieb auch an unsere wirtschaftliche Verfügbarkeit denken, die wir als Inhouse-Gesellschaft nicht selber festlegen. <BR /><BR /><BR /><b>Wie sieht die personelle Situation aus?</b><BR />Kofler: Wir sind als Arbeitgeber attraktiver geworden. Derzeit haben wir rund 600 Mitarbeiter, wovon rund 400 im Fahrdienst sind. In den vergangenen drei Jahren haben wir über unsere Sasa Academy rund 100 Fahrer neu ausgebildet, darunter auch zahlreiche Frauen…<BR /><BR /><BR /><b>.... und Migranten?</b><BR />Kofler: Wir setzen auf Integration: Bei uns arbeiten Mitarbeiter mit 40 verschiedenen Nationalitäten. Das freut mich. Denn so tragen wir bewusst und gerne dazu bei, dass sich Menschen bei uns integrieren können. Das ist wichtig für unsere Gesellschaft.