Dienstag, 01. September 2015

Satellitenbilder belegen Tempel-Zerstörung in Palmyra

Der UNO liegen nach eigenen Angaben Satellitenbilder vor, die die Zerstörung des weltberühmten Baal-Tempels in der antiken Wüstenstadt Palmyra in Syrien bestätigen.

Satellitenbilder als Beweis: Der Baal-Tempel (links vor der Zerstörung) existiert nicht mehr.
Satellitenbilder als Beweis: Der Baal-Tempel (links vor der Zerstörung) existiert nicht mehr. - Foto: © APA/EPA

„Wir können die Zerstörung des Hauptgebäudes des Baal-Tempels sowie einer Säulenreihe in der unmittelbaren Nachbarschaft bestätigen“, erklärte das Forschungs- und Ausbildungsinstitut der Vereinten Nationen (UNITAR) am Montag.

UNITAR berief sich dabei auf Satellitenaufnahmen, die die historische Stätte vor und nach einer zuvor von Aktivisten gemeldeten heftigen Explosion zeigten.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte in der Nacht auf Montag mitgeteilt, dass die Jihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in Palmyra den größten Tempel teilweise zerstört habe (STOL hat berichtet). IS-Islamisten hätten Sprengstoff im Inneren des Baal-Tempels zur Detonation gebracht und Schäden angerichtet, erklärte die in London ansässige Beobachtungsstelle.

Erst vor einer Woche hatte der IS den antiken Tempel von Baalshamin in der UNESCO-Welterbestätte Palmyra in die Luft gesprengt und damit international Bestürzung hervorgerufen.

In der rund 2.000 Jahre alten Tempelanlage von Baal – der größten in Palmyra – wiederholte sich das Szenario offenbar.

Zerstörung zunächst dementiert

Der Chef der Antiquitätenbehörde, Maamun Abdelkarim, hatte zuvor eine Explosion in Palmyra bestätigt, widersprach zunächst aber Angaben über größere Zerstörungen am Tempel, der dem babylonischen Gott Baal gewidmet ist. Die IS-Extremisten veröffentlichten zunächst keine Fotos von einer möglichen Tempel-Zerstörung.

Der IS hatte die antike Stadt Palmyra Ende Mai erobert. Seither mehren sich die Hinweise, dass die Islamisten die Schätze der Stadt nach und nach zerstören, um so die Zeugnisse vormuslimischer Kulturen zu vernichten.

apa/afp

stol