Freitag, 07. Februar 2020

Satellitenfotos zeigen: Wuhan ist eine Geisterstadt

Allein in China hat es bisher schon mehr als 31.000 Fälle von Coronavirus-Erkrankungen gegeben. In dem Land waren mit Freitag 636 Todesfälle zu beklagen. Die Stadt Wuhan, wo das Virus erstmals aufgetreten ist, gleicht inzwischen einer Geisterstadt.

Krankenschwestern richten in Wuhan Spitalsbetten ein.
Krankenschwestern richten in Wuhan Spitalsbetten ein. - Foto: © APA/afp / STR

Der tägliche Anstieg der neu bestätigten 2019-nCoV-Infektionen in China scheint sich leicht stabilisiert zu haben - ist aber weiter sehr hoch. Die Zahl der Ansteckungen legte bis Freitag erneut um 3.143 zu. Damit sind 31.161 Virusfälle bestätigt, wie die Gesundheitskommission in Peking berichtete. Es war der 2. Tag in Folge, an dem nicht mehr neue Ansteckungen als am Vortag gemeldet wurden. Innerhalb eines Tages starben aber wieder 73 Patienten an der neuartigen Lungenkrankheit - so viele wie am Vortag. Damit gab es in China bisher schon 636 Todesopfer.


Zusätzlich wurden in China weiter mehr als 26.000 Verdachtsfälle registriert. Außerhalb Festland-Chinas wurden in mehr als 2 Dutzend Ländern mehr als 270 Infektionen und 2 Todesfälle bestätigt. Auf einem vor Japans Küste liegenden Kreuzfahrtschiff mit rund 3700 Menschen an Bord wurden mittlerweile 41 weitere positiv auf das Virus getestet.


Auf der Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus glauben chinesische Wissenschafter beim Pangolin-Schuppentier auf der richtigen Fährte zu sein. Das Säugetier könnte ein Zwischenwirt in der Ansteckungskette sein, fasste die Südchinesische Agraruniversität ihre Untersuchungsergebnisse zusammen. Die mit Hornschuppen bedeckten Tiere werden illegal gehandelt. Ihr Fleisch gilt in Asien als Spezialität. Pangoline gehören in Asien zu den am häufigsten geschmuggelten Arten. Laut den chinesischen Wissenschaftern ist ein Coronavirus von Pangolinen genetisch zu 99 Prozent ident mit 2019-nCoV. Diese Studienresultate blieben aber nicht unumstritten.


Der Kampf gegen das Coronavirus führt mittlerweile zu einem weltweiten Engpass an Schutzkleidung. Das teilte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf mit. „Wir schicken Tests, Masken, Handschuhe, Atemschutz und Kittel in alle Regionen der Welt, aber die Welt blickt einem chronischen Mangel an persönlicher Schutzausrüstung entgegen, wie Sie sich vielleicht vorstellen können“, sagte Tedros am Sitz der Organisation in Genf.

apa