Mittwoch, 13. Januar 2016

Satire ist keine Straftat: Bonazza freigesprochen

"Nehmt ihm den Wein weg". Mit diesen Worten soll Andrea Bonazza sich der Rufschädigung an Luigi Spagnolli schuldig gemacht haben. Der Fall ging vor den Richter, doch dieser sprach den ehemaligen Bozner Casapound-Gemeinderat frei.

Andrea Bonazza vor Gericht. Stein des Anstoßes war unter anderem das Bild von Luigi Spagnolli (kl. Bild).
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Andrea Bonazza vor Gericht. Stein des Anstoßes war unter anderem das Bild von Luigi Spagnolli (kl. Bild).

Der damalige Bozner Bürgermeister Luigi Spagnolli hatte geklagt. Er hatte sich durch einen Text samt Karikatur auf der Internetseite von Casapound verunglimpft gefühlt.

Nachdem Spagnolli einen Aufmarsch der Casapound-Sympathisanten kritisiert hatte, schlug Bonazza nämlich verbal zurück mittels kritischem Text und einem bearbeiteten Foto von Spagnolli. Darauf hatte er eine rote Nase und tiefrote Wangen, in der Bildunterschrift hieß es: „Levategli il vino“ (Nehmt ihm den Wein weg).

Bonazza erklärte, das sei keine Rufschädigung, sondern nur harte politische Kritik mit dem Mittel der Satire. Das sah auch der Richter so, und sprach Bonazza frei. 

stol/cu

stol