Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch stellte der Bauernbund über 40 Maßnahmen vor, mit denen bebaubare Flächen zukünftig effizienter genutzt und der Flächenverbrauch besser gesteuert werden könnten.Der Maßnahmenkatalog sei in Zusammenarbeit mit Experten aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Landesverwaltung entwickelt worden, teilte der Bauernbund mit. Die notwendige wirtschaftliche und soziale Weiterentwicklung Südtirols werde dadurch aber nicht behindert.Man habe bereits im Sommer vergangenen Jahres auf den enormen Flächenverbrauch hingewiesen. Jährlich würden mehr als 270 Hektar Land zubetoniert - in den letzten 40 Jahren habe sich die verbaute Fläche mehr als verdreifacht.Wenn es in diesem Rhythmus weitergehe, sei in 150 Jahren kein Bauland mehr vorhanden, so der SBB. Die Folgen für Lebensmittelproduktion, Umwelt, zukünftige Generationen, aber auch für Tourismus und Freizeitverhalten der Südtiroler seien dann gravierend.Die VorschlägeAls wichtigste Maßnahme sieht der SBB die bessere Nutzung von bereits bestehendem Bauvolumen. Deshalb müsse man Sanierungsmaßnahmen stärker als in der Vergangenheit unterstützen.„Bisher war es so, dass für Private ein Neubau günstiger war als eine Sanierung. Den höheren Kosten einer Altbausanierung muss die Politik nun mit zusätzlichen Förderungen Rechnung tragen“, forderte Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner. Zudem müsse die Förderung der energetischen Sanierung weitergehen.Mehr Miete für BetriebeSpeziell für Betriebe schlägt der Südtiroler Bauernbund vor, die Anmietung von Betriebsgebäuden zu forcieren. Der Kauf von bestehenden Gewerbeimmobilien müsse ähnlich wie bei Privaten finanziell besser unterstützt werden.RaumordnungEine weitere Maßnahme sei die Vereinfachung der Raumordnung. „Die Bestimmungen sind zu komplex. Die Raumordnung muss wieder verständlicher und klarer werden, ohne die Prinzipen aufzuweichen. Vereinfachung bedeutet nicht Liberalisierung“, stellte SBB-Obmann Leo Tiefenthaler klar.FlächenmonitoringWas Südtirol fehle sei ein Flächenziel, wie es in Deutschland üblich seit. Dieses sollte ressortübergreifend sein. Zudem könnte jede gesetzliche Maßnahme einem Flächencheck unterliegen“, schlägt Tiefenthaler vor. Anhand eines Flächenmanagements muss das Flächenziel laufend überprüft werden.Weiters sollten die bestehenden Infosysteme zusammengeführt werden, um einen kompletten Überblick über die Raumplanung zu erhalten.Auch Landwirtschaft gefordertDer Südtiroler Bauernbund nimmt jedoch auch seine Mitglieder in die Pflicht. In der Vergangenheit sei im landwirtschaftlichen Grün zu viel gebaut worden – auch von den Bauern selbst. Wir wollen, dass das Bauen dort stärker beschränkt wird“, forderte Rinner.Flächenallianz als PlattformDa die Flächensicherung nicht die Landwirtschaft alleine betrifft, sollten möglichst alle Interessierten an einen Tisch geholt werden.Dazu möchte der Südtiroler Bauernbund eine „Südtiroler Allianz für den Flächenschutz“ ins Leben rufen. Diese soll Ideen aufgreifen, Lösungen ausarbeiten und die Politik in der Umsetzung unterstützenstol