Freitag, 16. September 2016

Schadstoffaustritt bei Brimi Brixen - Feuerwehr beruhigt Bevölkerung

Beim Milchhof Brimi an der Gemeindegrenze zwischen Brixen und Vahrn läuft ein Großeinsatz der Feuerwehren. Alarm geschlagen wurde am Freitag kurz vor 13.30 Uhr. 11 Personen wurden inzwischen zur Kontrolle ins Brixner Krankenhaus gebracht. Der Großeinsatz führt zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Feuerwehr beruhigt inzwischen die Bevölkerung.

Die Feuerwehrleute betraten nur mit Vollschutz bekleidet das Brimi-Gebäude. - Foto: ive
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Die Feuerwehrleute betraten nur mit Vollschutz bekleidet das Brimi-Gebäude. - Foto: ive

„Unser großes Anliegen ist es, der Bevölkerung mitzuteilen, dass keine unmittelbare Gefahr für die umliegenden Stadtviertel und Wohnhäuser ausgeht“, betonte Christian Auer, Brandinspektor der Berufsfeuerwehr Bozen bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag im Rahmen des Großeinsatzes beim Brixner Milchhof.

Aktuell sind die Einsatzkräfte vor Ort dabei, den Austritt bzw. die Reaktion aus dem Austritt im Kellergeschoss zu identifizieren. Es gibt 3 mögliche Substanzen - Salpetersäure, Phosphorsäure oder eine Lauge – von denen eine oder zwei ausgetreten sind. Es wird noch ermittelt, welche Reaktion bei der Mischung dieser Substanzen entsteht und was die Folge ist.

Die Gefahrenstelle sei laut Einsatzkräften lokalisiert, muss aber noch bestätigt werden.

Neben einem der Riesentanks sieht man Dämpfe vom Boden aufsteigen. - Foto: Matthias Prader 

Alarm am frühen Nachmittag

Ein Schadstoffaustritt hat am Freitag gegen 13.30 Uhr den Alarm ausgelöst. Schon bald hatte es geheißen, dass es eine chemische Reaktion aufgrund der Vermischung von Säuren und Laugen gegeben habe. Nur das Warum und auch die Beschaffenheit der Substanzen waren lang Zeit unbekannt - und sind es eigentlich noch immer.

Im Einsatz standen von Beginn an die Freiwilligen Feuerwehren von Vahrn, Milland, Klausen und Brixen sowie der Bezirksfeuerwehrverband Brixen-Eisacktal. Auch Wehrleute mit speziellen Vollschutzanzügen wurden eingesetzt.

Später wurde auch die FFW Sterzing hinzugezogen bzw. der Gefahrgutzug Wipptal sowie auch die Berufsfeuerwehr. Insgesamt sind über 100 Wehrmänner im Einsatz.

Milichhof evakuiert, Staatsstraße gesperrt

Das Gelände um den Milchhof wurde - inklusive der davor verlaufenden Staatsstraße - abgesperrt und die Brimi selbst evakuiert. Auch ein Schutzstreifen von 50 Metern Breite wurde rund die Brimi eingerichtet.

Die angrenzenden Firmen und Familien wurden aufgefordert, Klimaanlagen auszuschalten und die Fenster zu schließen.

Der Gasaustritt wurde im Kellerbereich lokalisiert, allerdings weiß man noch nicht, ob es ein Leck oder einen anderen technischen Defekt gibt. 

Die Feuerwehr drängte die austretenden Dämpfe mit Wasserstrahlen (auch von der Drehleiter aus) nach unten.

11 Personen im Krankenhaus kontrolliert

Entgegen anders lautenden ersten Informationen wurden 11 Personen sicherheitshalber und auf Anordnung der Gefahrgutzentrale Verona zur Kontrolle ins Brixner Krankenhaus gebracht. Sämtliche Brimi-Mitarbeiter wurden ambulant kontrolliert.

Zusätzlich zu den Feuerwehren stehen auch das Weiße Kreuz und die Carabinieri im Einsatz.

Genauere Auskünfte über die austretende Substanz sowie die Ursache liegen derzeit noch nicht vor.

Das Gelände rund um den evakuierten Milchhof Brimi (ganz rechts) - inklusive Staatsstraße - wurde wegen des Feuerwehreinsatzes abgesperrt. - Foto: Omer Smajic

Erhebliche Verkehrsbehinderungen

Die Sperre der Staatsstraße mit Umleitung auf die Brixner Westumfahrung hatte zeitweise zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im Großraum Brixen geführt.

STOL/ive/ds

stol