Was es damit auf sich hat, weiß Südtirols Tierärztekammer-Präsident Dr. Franz Hintner. <BR /><BR />„Solche Touristen sehen sofort überall Tierschutz-Probleme, die in Wirklichkeit aber keine sind“, sagt Dr. Hintner. „Das ist nur ihr persönliches Empfinden.“ Solche selbst ernannten Experten haken dann auch bei den Tierärzten nach. Wenn sie ein Jahr nach ihrer Kritik sehen, dass sich seither nichts verändert hat – dann fragen sie noch einmal nach: „Haben Sie da etwas gemacht? Wir sind wiedergekommen und haben keine Besserung gesehen!“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1057899_image" /></div> <BR /><BR />Dass Schafe auf der Alm kein Wasser bekommen, ist heuer schwer möglich, wo doch besonders viele Niederschläge gefallen sind „und überall Wasser aus dem Boden herausspringt“, erklärt Dr. Hintner.<BR /><BR />Beim Urlaub auf dem Bauernhof werden manche Urlauber auch bei der Fütterung der Tiere stutzig: Die Katzen bekommen nur Kuhmilch – und kein gekauftes Katzenfutter. „Die Kritik lautet dann: Diese Katzen bekommen nichts zu fressen!“, berichtet Dr. Hintner. Dabei sei die Katze auch als Räuber unterwegs – und benötige somit kein gekauftes Futter.<BR /><BR />Für die Tierärzte werden solche selbst ernannten Aufdecker-Touristen mehr und mehr zu einem Problem – denn sie verursachen ihnen viel Arbeit. Dr. Hintner schätzt, dass es sich in 70 Prozent der Fälle, die eintrudeln, nicht um Tierschutz-Fälle handelt. Solche Touristen, die von Tierhaltung und Tierschutz wenig bis gar nichts verstehen, kommen sehr oft aus den Städten, sagt Dr. Hintner. „Sie kennen nur die Hobby-Tierhaltung.“ <BR /><BR />Der Tierärztekammer-Präsident betont: „Die Nutztierhaltung ist in Südtirol auf einem hohen Niveau. Und in der Nutztierhaltung können wir alles überwachen und alles überprüfen.“ Vereinzelt gebe es aber sehr wohl auch „Ausreißer“: Etwa, wenn ein Bauer physische Probleme hat – oder nach einer Scheidung. Auch Alkoholprobleme beim Tierhalter könnten dazu führen, dass es dann bei der Tierhaltung hapert. „In solchen Fällen fehlt dann oft die Nachbarschaftshilfe“, bedauert Dr. Hintner. Früher hätten sich die Nachbarn bei Problemen erkundigt und dem Bauer ihre Hilfe angeboten. „Heutzutage schauen die Leute weg“, berichtet Dr. Hintner. Ihre Denkweise: „Das geht mich nichts an!“<BR /><BR />Mehr Handlungsbedarf als bei der Nutztierhaltung sieht Dr. Hintner bei der Hobby-Tierhaltung: wenn zum Beispiel Papageien in Käfigen eingesperrt werden. „Das entspricht nicht ihrem Habitat“, betont der Tierärztekammer-Präsident. Papageien seien es gewohnt, in den Subtropen im Freien herumzufliegen.