<BR /><b>Sechs Jahre waren Sie Präsidentin des WOBI: Was ist aus Ihrer Sicht das wichtigste Ergebnis Ihrer Arbeit?</b><BR />Francesca Tosolini: Ich glaube, das wichtigste Ergebnis war der Versuch, das WOBI zu einer Einrichtung zu machen, die sich ihrer Rolle bewusster ist und vor allem näher an den Menschen steht. Wenn vom WOBI die Rede ist, geht es häufig um Kubikmeter, Baustellen oder bereitgestellte Finanzmittel. Doch der öffentliche Wohnbau berührt jeden Tag das Leben der Menschen: Er bedeutet, alleinlebenden älteren Menschen zu begegnen, Familien in schwierigen Situationen zu begleiten, bei Konflikten zu vermitteln.<BR /><BR /> Mir war in diesen Jahren wichtig, dass diese menschliche Seite des Instituts stets präsent bleibt. Das WOBI zu führen, erfordert Sorgfalt, vor allem aber ein offenes Ohr und Nähe zu den Menschen. Ich wollte mich daher als Vorsitzende nicht im Büro verschließen, sondern direkt mit den Mietern zusammentreffen, ihnen zuhören und, wann immer möglich, ihre Wohnungen betreten.<BR /><BR /><b>Was nehmen Sie aus diesen Kontakten mit?</b><BR />Tosolini: Dieser direkte Kontakt hat es mir ermöglicht, Realitäten und Situationen kennenzulernen, die mir sonst fremd geblieben wären. Aus diesen sechs Jahren werde ich die Erinnerung an viele Gesichter, an bedeutungsvolle Erzählungen und an Menschen mitnehmen, die mir ihre Haustür geöffnet und mir ihre Geschichten anvertraut haben. Und neben den Schwierigkeiten werde ich vor allem viel Dankbarkeit mitnehmen.<BR /><BR /><b>Und welche konkrete Neuerung ist für Sie die wichtigste?</b><BR />Tosolini: Wir haben in den vergangenen Jahren gleich an mehreren Fronten gearbeitet: von Investitionen über Instandhaltung, die Sanierung von Wohnungen und Sicherheit bis hin zur Stärkung der Beziehungen zu Gemeinden, Land und sozialen Einrichtungen. Besonders stolz bin ich aber, dass während meiner Amtszeit das WOBI voll und ganz den Sprung in die gesamtstaatliche Ebene geschafft hat. Es ist nun Teil des gesamtstaatlichen Verbandes geworden und hat zum ersten Mal in der Geschichte des Instituts auch auf gesamtstaatlicher Ebene eine Rolle übernommen. Dies hat es uns ermöglicht, Erfahrungen und Besonderheiten über die Landesgrenzen hinaus zu tragen und uns direkt mit anderen Einrichtungen des italienischen sozialen Wohnungsbaus auszutauschen. <BR /><BR /><b>Kommen wir aber doch auf konkrete Zahlen zu sprechen. Wie sieht die Bilanz aus?</b><BR />Tosolini: Uns ist es gelungen, die Mietrückstandsquote auf einem niedrigen Niveau zu halten: Sie lag 2025 bei 3,16 Prozent und damit unter dem Wert von 3,66 Prozent im Jahr 2024. Gleichzeitig wurden die Betreuung von insgesamt 13.512 Wohnungen und die Bearbeitung von 2.705 Gesuchen um Zuweisung einer Sozialwohnung gewährleistet.<BR /><BR /><b>Und im Bereich der Bau- und Investitionsplanung?</b><BR />Tosolini: Allein im letzten Geschäftsjahr wurden insgesamt 46,46 Millionen Euro investiert. Im Rahmen des Zehnjahresplans, der 617 neue Wohnungen vorsieht, von denen 123 bereits fertiggestellt sind, 79 sich im Bau und 84 in der Planungs- oder Ausschreibungsphase befinden, stechen insbesondere der Abbruch und Wiederaufbau des ehemaligen Lehrlingsheims in Haslach mit 65 Wohnungen sowie der Holzturm in den Grieser Auen mit 28 Wohnungen hervor. Hinzu kommen die fertiggestellten Wohnanlagen in Brixen, Bruneck, Toblach, Neumarkt, Latsch und Terlan. <BR /><BR /><b>Ein Schwerpunkt lag aber auch auf den Sanierungen?</b><BR />Tosolini: In der Tat, wir haben dazu sogar eigens eine interne technische Taskforce eingerichtet, die sich als strategisch entscheidend erwiesen hat, um die Abläufe zu beschleunigen und die Arbeiten effizienter zu gestalten. Allein 2025 wurden Hunderte Maßnahmen zur Wiederinstandsetzung und Sanierung frei gewordener Wohnungen abgeschlossen, sodass wir insgesamt 424 Wohnungen übergeben konnten. Das bedeutet, dass 424 Familien eine konkrete Antwort auf ihren Wohnbedarf erhalten haben. Dazu kommen 140 gezielte Maßnahmen zum Abbau architektonischer Barrieren und der Einbau von drei Treppenliften mit einer Investitionssumme von über einer Million Euro. Darüber hinaus wurden mehr als 9.000 Meldungen zu Instandhaltungsbedarf bearbeitet und 8,4 Millionen Euro für die ordentliche Instandhaltung bereitgestellt. <BR /><BR /><b>Und wie sieht es in Sachen Neuorganisation aus?</b><BR />Tosolini: Eine öffentliche Einrichtung muss in der Lage sein, sich dem Wandel der Zeit und den neuen Anforderungen an ihre Dienstleistungen anzupassen. Wir haben alles Wesentliche getan, um das Institut auf die Zukunft vorzubereiten: Die Grundlagen für eine interne Neuorganisation sind geschaffen.