Darin will er seine Wahrheit über die Havarie bekannt geben und sich des Vorwurfs entledigen, für die Katastrophe verantwortlich zu sein und das Schiff mit tausenden Passagieren verlassen zu haben.„Ich kann nicht mehr akzeptieren, von verleumderischen Lügen zerstört zu werden. Viele haben die Realität verzerrt, jetzt will ich sprechen. Ich arbeite an einem Buch, in dem ich alles bekannt geben werde, was man nicht will, dass es ans Licht kommt“, betonte der 52-jährige Kapitän im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Il Giornale“ am Freitag. Er bemängelte, dass bisher viele Beweise, die ihn entlasten, nicht berücksichtigt worden seien, wichtige Dokumente seien verschwunden. Telefongespräche zwischen ihm und den Hafenbehörden seien nur teilweise veröffentlicht worden, um die Wahrheit zu verzerren.Schettino, dem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung 15 Jahre Haft pro Todesopfer drohen, bestritt, dass er das Schiff verlassen habe, um sein Leben zu retten, während sich tausende Passagiere noch an Bord des Schiffes befanden. Er habe Dutzenden Passagiere geholfen, in die Schaluppen einzusteigen. Zeugen könnten dies bestätigen. „Ich bin in eine Rettungsschaluppe eingestiegen, um die Situation in dem noch nicht überschwemmten Teil des Schiffes zu überprüfen. Danach konnte ich nicht mehr an Bord steigen, weil das Wasser immer mehr ins Schiff eingedrungen ist. So haben wir zum Hafen zurückkehren müssen“, berichtete der Kapitän.„Falsche und irreführende Informationen"Schettino zeigte sich überzeugt, dass sich seine Verleumder nach der Veröffentlichung des Buches bei ihm entschuldigen werden müssen. „Wer mich verleumdet hat, wird sich vor allem bei den Familien der Opfer und der Öffentlichkeit entschuldigen müssen, die mit falschen und irreführenden Informationen betrogen worden sind“, kommentierte Schettino.Der Kapitän hatte zuvor Fehler eingeräumt, der Reederei aber eine Mitschuld gegeben. Dem Schiffseigner Costa Crociere wirft er vor, ihn grundlos entlassen zu haben. Gegen andere Offiziere und Manager von Costa Crociere, darunter der österreichische Vizepräsidenten des Unternehmens, wird im Zusammenhang mit dem Unglück ebenfalls ermittelt.Bei der Havarie des 290 Meter langen Kreuzfahrtschiffes kamen 30 Menschen ums Leben. Zwei gelten immer noch als vermisst. Die Costa Concordia war zu nahe an die Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gestreift und war mit mehr als 4200 Personen an Bord.apa