<BR />Den Antrag, Frauen künftig als Gewehrschützinnen zuzulassen, haben zwei Mitgliedskompanien des Tiroler Schützenbundes eingebracht. Das Thema wurde behandelt, daraufhin eine geheime Briefwahl abgehalten. Mit eingebunden wurden alle 235 Schützenkompanien Tirols. Die Anzahl der Stimmberechtigten belief sich auf 322, wovon 299 ihre Stimme abgegeben haben. <BR /><BR />Der Grundsatzbeschluss wurde klar abgelehnt: Knapp 87 Prozent haben entschieden, dass alles beim Status quo bleiben soll. Damit bleibt die Rolle der Frau im Schützenbund weiterhin auf jene der Marketenderin beschränkt. Alle Mitgliedskompanien sind dazu verpflichtet, die Regelung einzuhalten. <h3> In Südtirol wird es keine Diskussion geben</h3>Laut dem Tiroler Landeskommandanten Thomas Saurer war es richtig, das Thema offen zu diskutieren. „Nun haben wir einen klaren demokratischen Auftrag, unsere gewachsenen Traditionen beizubehalten“, sagt Saurer. Ihm ist es wichtig, klarzustellen, dass es sich bei der Entscheidung nicht um eine Frage der Gleichberechtigung handelt. <BR /><BR /> Frauen sind eine tragende Säule unseres Schützenwesens – im Vereinsleben, in der Jugendarbeit, in der Organisation, im sozialen Engagement und in vielen weiteren Aufgaben. „Der Grundsatzbeschluss ändert nichts daran, ganz im Gegenteil: Wir werden weiterhin alles daransetzen, diese Leistung sichtbar zu machen, wertzuschätzen und zu stärken.“<BR /><BR />Auch der Südtiroler Schützenbund vertritt in der Thematik eine klare Haltung. „Hierzulande wird es keine Diskussion geben. Auch die Marketenderinnen selbst sehen keinen Bedarf“, sagt Landeskommandant Christoph Schmid. <BR /><BR />Der Slogan lautet: Frauen sind vollwertige Mitglieder des Vereins mit dem kleinen Unterschied, dass sie kein Gewehr tragen. Dafür würden sie andere, genauso wichtige Aufgaben und Funktionen übernehmen sowie eine große Verantwortung tragen. Am ursprünglichen Regelwerk wird im Schützenbund jedoch nicht gerüttelt, auf die Tradition wird großer Wert gelegt.<h3> Das sagt die Bundesmarketenderin</h3><b>Würden Sie künftig gerne mit Gewehr ausrücken?<BR /></b><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Stephanie Mulser Stolzlechner: Eine Marketenderin mit Waffe finde ich nicht passend. Wir Frauen schießen sehr wohl auf dem Schießstand, nehmen an Wettbewerben teil. Doch zu festlichen Anlässen überlassen wir das Gewehr gerne den Männern.<BR /><BR /><b>Sehen das Ihre Kolleginnen im Schützenbund auch so?<BR /></b>Mulser Stolzlechner: Auf jeden Fall. Frauen, die in den Schützenbund eintreten, denken nicht daran, irgendwann mit Lederhose und Gewehr auszurücken.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1264824_image" /></div> <BR /><BR /><b>Oft kommt das Thema Gleichberechtigung zur Sprache. Wie sehen Sie das? <BR /></b>Mulser Stolzlechner: Ich sehe darin kein Problem. Wir Frauen dürfen genauso mitreden, übernehmen wichtige Funktionen oder wirken bei Organisation und Planung mit.