Samstag, 26. Dezember 2020

Schießerei in Berlin Kreuzberg: Mindestens 4 Männer schwer verletzt

Es war noch stockdunkel, als am frühen Morgen des zweiten Weihnachtstages in Berlin-Kreuzberg Schüsse fielen. 4 Männer wurden dabei schwer verletzt, wie die Berliner Polizei und die Generalstaatsanwaltschaft am Samstag mitteilten. Nach derzeitigem Kenntnisstand alarmierten Anwohner die Polizei, die die Schüsse in der Stresemannstraße in unmittelbarer Nähe der SPD-Parteizentrale gehört hatten.

Der Tatort wurde abgesperrt, die Ermittlungen dauern an.
Der Tatort wurde abgesperrt, die Ermittlungen dauern an. - Foto: © APA/afp / ODD ANDERSEN
Die Einsatzkräfte fanden 3 Verletzte noch am mutmaßlichen Tatort. Ein vierter Verletzter sprang in den nahen Landwehrkanal, aus dem ihn Rettungskräfte herauszogen. Die Polizei war im Dauereinsatz. Die Staatsanwaltschaft geht bei der Schießerei von einem Verbrechen im Milieu der Organisierten Kriminalität aus.

Die verletzten Männer, im Alter von zweimal 30 sowie jeweils einmal 39 und 42 Jahren, kamen den Angaben zufolge zur Behandlung in Krankenhäuser, wo sie stationär aufgenommen wurden. Die 1. Mordkommission hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

Mehrere Dutzend zum Teil schwer bewaffnete Polizeibeamte waren bereits vor Sonnenaufgang rund um den Ort des Geschehens im Einsatz. Auch ein Hubschrauber flog auf der Suche nach Beteiligten über der Hauptstadt. Festnahmen gab es zunächst nicht.

Am Nachmittag waren auch SEK-Beamte am Tatort, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Sie gingen mit Waffe im Anschlag in ein Gebäude und durchsuchten eine Wohnung, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete. Der SEK-Einsatz war nach Angaben der Polizei am späten Nachmittag wieder beendet, der Einsatz insgesamt dauerte noch an.

Tatort wurde weiträumig abgesperrt

Der Tatort befindet sich augenscheinlich in einer Toreinfahrt an der Stresemannstraße. Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab, nicht zuletzt für die Spurensicherung. Einem Polizeisprecher zufolge waren auch Polizeitechniker am Ort. In der Stresemannstraße 23 gegenüber der SPD-Parteizentrale war in einer Tür ein Einschussloch zu sehen, wie der dpa-Fotograf berichtete, nicht weit davon entfernt ein weiteres Einschussloch in einer Glastür. Der Fußweg vor dem mutmaßlichen Tatort war abgesperrt.

Ein Sprecher der Berliner Feuerwehr sagte am Samstag, um 3.54 Uhr sei wegen der Schüsse in Kreuzberg ein Notruf eingegangen. Die Feuerwehr sei mit einem Großaufgebot, mehreren Rettungswagen, 3 Notärzten und einem leitenden Notarzt vor Ort gewesen. Der Einsatz sei am frühen Morgen beendet worden. Anders der der Polizei, die den ganzen Samstag über stundenlang am Tatort ermittelt hat. Die Hintergründe der Schießerei seien noch nicht bekannt, sagte ein Polizeisprecher am späten Nachmittag. Die Ermittlungen dauerten an.

dpa