Dienstag, 26. April 2022

Schüsse auf Haus in Bozen, dann Flucht: 55-Jähriger gefasst

Beängstigende Szenen am Dienstagnachmittag in Bozen: Ein 55-jähriger Mann kommt aus einer Bar und feuert mit seiner Pistole mehrere Schüsse auf ein Wohnhaus in der Sassaristraße ab. Mittlerweile konnte der Täter festgenommen werden.

Ein Schuss traf die Scheibe der Wohnung. - Foto: © Rosario Multari

Der Schütze soll offensichtlich betrunken gewesen sein, als er gegen 15.40 Uhr die Waffe auf die Fassade des Hauses Nr. 59 in der Sassaristraße richtete und 4 Mal abfeuerte. 2 Mal traf er Rollläden im 3. Stock, eine Kugel durchbrach ein Fenster im 4. Stock, eine blieb in der Wand stecken. Der etwa 55-jährige Mann aus Bozen wurde von der Polizei festgenommen.

Schwer unter Schock stand die ältere Frau, die im 3. Stock wohnt. Sie war zu Hause, als die Kugeln die Rollläden ihrer Wohnung durchschlugen. Zum Glück war die Frau unverletzt.

Ein Schuss durchlöcherte die Mauer. - Foto: © Rosario Multari

In der Wohnung im 4. Stock wohnt ein Paar, das zum Zeitpunkt der Schüsse nicht zu Hause war. Die Spurensicherung der Polizei sammelte die Patronenhülsen ein – auch die Berufsfeuerwehr unterstützte die Behörden bei der Arbeit.

Späteren Schützen aus Bar und zum Auto begleitet

Die Männer der Fahndungsabteilung unter der Leitung von Giuseppe Tricarico nahmen die Ermittlungen auf. Die Ermittler hüllten sich vorerst in Schweigen über ihre Erkenntnisse. Der Betreiber der Bar „Malú“ erklärte, der Mann sei gelegentlicher Kunde seines Lokals. Am Dienstagnachmittag sei er in bereits angeheitertem Zustand gekommen und habe 2 Bier getrunken. Dann habe er sich geweigert, ihm weiter Alkohol aufzuschenken und ihn sogar aus dem Lokal und zu seinem Fahrzeug begleitet. Der graue Lieferwagen stand auf der gegenüberliegenden Seite der Bar in der Sassaristraße. Vermutlich auch im Fahrzeug lag die Waffe – es dürfte sich um eine Pistole gehandelt haben.

Aus welchem Grund auch immer soll der Mann die Waffe gezogen haben und damit auf die Fassade des Kondominiums mit der Hausnummer 59 geschossen haben – das Haus befindet sich neben der Bar „Malú“. Ob er ein Ziel hatte oder einfach nach dem Zufallsprinzip geballert hat, ist noch Gegenstand der Ermittlungen der Polizei. Ebenso unbekannt ist, ob es sich um reine Sachbeschädigung, einen Warnschuss oder möglicherweise eine Drohung an jemanden, der dort wohnt, gehandelt hat.



Nach den Schüssen soll der Mann mit dem Lieferwagen davongefahren sein. Allerdings war seine Flucht von vornherein chancenlos: Die Überwachungskamera vor der Bar hatte alles aufgezeichnet, er war den Personen in der Bar bekannt – und auch der Polizei.

Es ist davon auszugehen, dass der Mann die Waffe nicht legal besitzt. Zu klären ist, um welche Waffe es sich handelt, wem sie gehört und warum der 55-Jährige sie bei sich hatte. Ob die Waffe sichergestellt werden konnte, ist nicht durchgesickert.

Foto: © Rosario Multari

Gefasst, abgeführt, im Gefängnis

Sicher ist lediglich, dass der Mann auf der Flucht von einer Polizeistreife erwischt und in die Quästur gebracht wurde. Dort wurde er erkennungsdienstlich erfasst und zu den Vorwürfen angehört, dann ins Gefängnis gebracht. Der Vorwurf lautet auf unerlaubten Waffenbesitz und Benutzung einer Schusswaffe.

Foto: © Rosario Multari


In den nächsten Tagen wird der Mann dem Haftrichter vorgeführt und mit den Vorwürfen erneut konfrontiert.

Foto: © Rosario Multari


sor/uli

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