Mittwoch, 11. März 2020

Schiffsunglück in Budapest - Kapitän leugnet Schuld

Der Kapitän des Hotelschiffes „Viking Sygin“ hat jegliche Schuld für das Donau-Schiffsunglück mit 28 Opfern zurückgewiesen. In der vorbereitenden Sitzung am Pester Gericht war der Ukrainer am Mittwoch zu keinem Geständnis bereit und bestand auf seinem Verhandlungsrecht.

Die Opfer stammten aus Südkorea.
Die Opfer stammten aus Südkorea. - Foto: © APA (AFP/Archiv) / ATTILA KISBENEDEK
Laut Anklageschrift steht der 65-Jährige im Verdacht der fahrlässigen Gefährdung des Schiffsverkehrs mit Todesfolge. Die Staatsanwaltschaft hat eine Haftstrafe von neun Jahren gegen den Ukrainer sowie ein neunjähriges Verbot des Steuerns von Wasserfahrzeugen gefordert, falls dieser sich zu seiner Schuld bekennt und sich ein Prozess damit erübrigt. Ansonsten könnte eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren verhängt werden.

Der Kapitän des unter Schweizer Flagge fahrenden Hotelschiffes hatte am 29. Mai 2019 auf der Budapester Donau den kleinen Ausflugsdampfer „Nixe“ bei einem Überholmanöver gerammt und war ohne Hilfeleistung weitergefahren. Das Schiff mit 33 südkoreanischen Touristen und zwei Besatzungsmitgliedern an Bord sank innerhalb von Sekunden. Nur sieben Insassen überlebten das Unglück, nach einem Opfer wird immer noch gesucht.

Parallel wurde ein gesondertes Verfahren gegen den Kapitän und die Besatzung eines weiteren Hotelschiffs namens „Viking Idun“ wegen unterlassener Hilfeleistung angestrengt. Dabei soll deren Verantwortung in Zusammenhang mit der Tragödie um die „Nixe“ festgestellt werden.

Auch vor der vorbereitenden Sitzung am Pester Gericht machte das Coronavirus nicht halt: Als Vorsichtsmaßnahme konnte die Presse die Sitzung nur per Monitor aus einem anderen Raum verfolgen.

apa