Sonntag, 23. August 2015

Schlachtähnliche Szenen vor sächsischen Flüchtlingsheimen

Kein Ende der Gewalt, die sich am Wochenende vor einem Notquartier für Flüchtlinge im sächsischen Heidenau abspielt. Zwei Nächte in Folge randalieren Rechtsradikale vor der in einem ehemaligen Baumarkt eingerichteten Asylunterkunft.

Im sächsischen Heidenau haben Rechtsradikale und Rassisten die zweite Nacht in Folge vor einer Notunterkunft für Flüchtlinge randaliert und Polizisten angegriffen.
Im sächsischen Heidenau haben Rechtsradikale und Rassisten die zweite Nacht in Folge vor einer Notunterkunft für Flüchtlinge randaliert und Polizisten angegriffen. - Foto: © APA/Reuters

Polizisten werden mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen, es gibt Verletzte.

Freital, Dresden, Heidenau – die Liste der Gewaltexzesse vor sächsischen Flüchtlingsunterkünften wird immer länger.

In Freital machen Rechtsextreme und selbsternannte „Bürgerwehren“ seit Monaten Stimmung gegen eine Asylunterkunft. Im Juni eskaliert die Lage, wiederholt werden Pro-Asyl-Demonstranten attackiert. In Dresden werden im Juli während einer NPD-Demonstration gegen eine Flüchtlings-Zeltstadt Gegendemonstranten und DRK-Helfer angegriffen.

Organisierte massive Attacke

In Heidenau versuchen zunächst hunderte Menschen, die Zufahrt zur Flüchtlingsunterkunft zu blockieren. Anschließend richtet sich die Gewalt vor allem gegen Polizisten. Nach den Worten eines Polizeisprechers handelte es sich um eine „offensichtlich organisierte massive Attacke“.

Warum bekommt der Freistaat die Lage nicht in den Griff? Vor allem Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) wirkt überfordert.

Wieder einmal reagiert Ulbig erst relativ spät. Der erneute Gewaltexzess in Heidenau sei „empörend und nicht hinnehmbar“, teilt er schließlich Sonntagvormittag via Facebook mit.

  

 

Die Opposition wirft ihm eine Verharmlosung von Pegida vor. Die habe „Rassismus salonfähig gemacht“, sagt Sachsens Grünen-Chef Jürgen Kasek. Auch die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, sieht Heidenau als „direkte Folge der falsch verstandenen Toleranz“ gegenüber Pegida.

dpa/stol

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