In Merans denkmalgeschützten Schlachthof aus K.u.k.-Zeiten muss dringend investiert werden. Der Stall ist zusammengebrochen, die großen Fenster sind nur einfach verglast, um nur zwei „Baustellen“ zu nennen. Gestern trommelte Stadtrat Christoph Mitterhofer Bürgermeister und Referenten der konventionierten Gemeinden zusammen, die den Schlachthof mitfinanzieren. Schützenhilfe kommt vom Bauernbund-Bezirksobmann Hannes Dosser: „Der Schlachthof muss erhalten bleiben.“<BR /><BR />Im Meraner Schlachthof werden von den zwei Gemeindemetzgern pro Jahr rund 1.600 Tiere geschlachtet – Schafe, Ziegen, Rinder, Schweine, Pferde. Bauern und Metzger der konventionierten Umlandgemeinden hinauf bis nach Plaus/Naturns, hinein bis nach Riffian bzw. nach St. Pankraz und hinunter bis Gargazon können hier Tiere schlachten lassen.<BR /><BR /> Bauern zahlen 20 Prozent weniger Schlachtpreis, Metzger zehn Prozent. Auch verendete Kleintiere aus diesen Gemeinden können im Meraner Schlachthof abgegeben werden. Die konventionierten Gemeinden finanzieren nach einem komplexen Schlüssel je nach Einwohnerzahl und Anzahl der Großvieheinheiten den Meraner Schlachthof mit.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73075240_quote" /><BR /><BR />„Wir brauchen diesen Schlachthof wegen der kurzen Transportwege inklusive Tierwohl, der Möglichkeit, Fleisch mittels Fleischpaketen regional und direkt zu vermarkten. Und bei den hiesigen Metzgern, die noch schlachten, weiß man auch nicht, wie lange sie dies noch tun“, sagt SBB-Bezirksobmann Dosser. <BR /><BR />Der Bezirk zählt gut 2.000 landwirtschaftliche Betriebe. Zudem, fügt Dosser hinzu, übernimmt der Meraner Schlachthof auch Schlachtungen für den Raum Bozen, seit dessen Schließung letzten Sommer. „Insofern ist der Meraner Schlachthof eigentlich auch von Landesinteresse“, so Dosser.<BR /><BR />Für Stadtrat Christoph Mitterhofer war es gestern wichtig, den Partnergemeinden den Zustand des Schlachthofs vor Augen zu führen sowie die Herausforderungen, die anstehen. „Hier müssen wir zusammenschauen und dürfen nicht gegeneinander arbeiten. Der Nutzen für die Stadt Meran liegt im kleinen Bereich, aber wir wollen ihn weiterhin nutzen und den Dienst anbieten“, so Mitterhofer. Ab März wird die neue Photovoltaikanlage am Dach in Betrieb genommen, „denn der Schlachthof braucht Strom ohne Ende“, sagt er. Daher seien auch die alten Fenster auszutauschen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73075244_quote" /><BR /><BR />Mitterhofer möchte auch den kaputten Stall in den nächsten fünf Jahren wieder aufbauen. „So können Tiere am Abend angeliefert und untergebracht werden. Das bedeutet weniger Stress für die Tiere und entsprechend besser ist die Fleischqualität“, sagt er. Zudem möchte er einen Teilzeit-Metzger einstellen, damit der Betrieb so gut ausgelastet wie möglich arbeiten kann. <BR /><BR />Sowohl Mitterhofer als auch Dosser hoffen, dass noch weitere Gemeinden wie Hafling, Vöran, Tisens und Ulten mit ins Boot geholt werden können. Die Passeirer haben einen eigenen Schlachthof. „Wir sind froh, wenn wir mehr Vieh kriegen“, sagt Mitterhofer. Zudem wolle man sich bemühen, den Sitz des landestierärztlichen Dienstes, der sich derzeit in einem Kondominium in der Marlinger Straße befindet, zum Schlachthof zu holen.