Mittwoch, 26. Oktober 2016

Schläge, Tritte, Folter: Prozessauftakt im Fall Höxter

Vor dem Landgericht Paderborn hat am Mittwoch der Prozess wegen der brutalen Misshandlungen an mehreren Frauen im ostwestfälischen Höxter begonnen.

In diesem Haus soll ein Ehepaar über Jahre hinweg gefoltert und versklavt haben.
In diesem Haus soll ein Ehepaar über Jahre hinweg gefoltert und versklavt haben. - Foto: © APA/DPA

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 46-jährigen Wilfried W. und seiner ein Jahr älteren Ex-Frau Angelika W. zweifachen Mord durch Unterlassen sowie mehrfache Körperverletzung vor.

Die beiden Angeklagten sollen über Jahre hinweg Frauen schwer misshandelt haben. Zwei der Frauen starben in Folge der Quälereien, eine weitere Frau entkam. Andere Frauen soll das mutmaßliche Täterduo um größere Geldmengen gebracht haben. Die Staatsanwaltschaft geht im Zuge der noch laufenden Ermittlungen von insgesamt mindestens acht Opfern aus.

Anklage schildert brutale Details aus Höxter

Bei der Verlesung der Anklageschrift schilderte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer Details aus der Leidenszeit der beiden getöteten Opfer. Ziel der Angeklagten sei es gewesen, Frauen mit Zeitungsanzeigen für den 46-jährigen Wilfried W. Frauen nach Höxter zu locken, um diese als Leibeigene für alle Lebenslagen gefügig zu machen.

Dabei sei den Opfer vorgegaukelt worden, dass sie für den Ex-Mann von Angelika W. die große Liebe seien.

Das Paar soll laut Anklage den Willen der Frauen mit Schlägen, Tritten und Notsituationen systematisch gebrochen haben. Sie sollen die Frauen angekettet, der Kälte ausgesetzt und körperlich schwer misshandelt haben.

Wilfried W. und seine ein Jahr ältere Ex-Frau Angelika W. müssen sich wegen zweifachen Mordes durch Unterlassen sowie mehrfacher Körperverletzung verantworten.

apa/dpa

stol