Zudem werden die Plätze auf 300 begrenzt: Bozen, muss nur mehr für 200 Schlafgelegenheiten sorgen. Für 100 sind Meran (bisher 50), Brixen (20), Leifers (20) und Bruneck (10) zuständig. Bis auf Meran können oder wollen aber nicht alle wirklich.<BR /><BR /> Ab 1. November öffnen in Südtirol wieder die Notquartiere für Obdachlose und dazu hat die Landesregierung einen Vermerk von Landesrätin Rosmarie Pamer mit Leitlinien genehmigt. „Damit alle planen können und Vorlaufzeit für die Aktivierung der Plätze haben“, sagt Pamer. <h3> 100 Plätze weniger</h3>Die Plätze werden im kommenden Winter statt 400 nur mehr 300 sein. Die Erfahrung zeigte, dass das Bemühen, für möglichst alle eine Bleibe für die Nacht zu finden, zu einer klaren Zunahme der Anfragen von Menschen aus anderen Provinzen geführt hat. „Weil Trient strengere Quartiersregeln hatte und bei uns Asylanträge schneller bearbeitet werden, wies ein Drittel der aufgenommenen Personen keinen stabilen Bezug zu Südtirol auf“, sagt Pamer. <BR /><BR />Das soll sich diesen Winter ändern. Hauptkriterium für die Aufnahme in die Winterquartiere wird der „stabile Bezug“ zu Südtirol. Wer einen Platz will, muss 4 Wochen in die von der Anlaufstelle „Info-Point“ Bozen verwaltete Aufnahmeliste eingetragen sein. „Damit versuchen wir, diese Art Obdachlosen-Tourismus zu begrenzen“, so Pamer.<BR /><BR /> Aufrecht bleiben Kriterien wie Vorzug für Schutzbedürftige wie Frauen, Minderjährige und Kranke. „Obdachlos sind heute aber auch Menschen, die einer regulären Arbeit nachgehen. Das kann es nicht sein, weshalb es das besondere Bemühen aller sein muss, ihnen ein Dach über dem Kopf zu bieten“ so Pamer.<h3> Gemeinden für Unterbringung zuständig</h3>Mit dem neuen Hauptkriterium „Bezug zu Südtirol“ sinkt der Bedarf auf 300 Schlafstellen. „Dabei versuchen wir Bozen zu entlasten, das seit Jahren die Hauptlast schultert“, so Pamer. Von den 300 Plätzen muss Bozen nur 200 bereitstellen, 100 gehen auf das Konto von Meran (50), Leifers (20), Brixen (20) und Bruneck (10). „Für die Unterbringung sind grundsätzlich die Gemeinden zuständig“, schickt Pamer voraus.<BR /><BR /> Das Land helfe, indem es 60 Prozent der Kosten trägt oder Gebäude abtritt, wie in der Bozner Pacinotti-Straße. Dass sie direkt Gemeinden und nicht mehr Bezirksgemeinschaften in die Pflicht nimmt, gefällt im Rat der Gemeinden nicht. Es macht aber kaum Sinn, Gestrandete für die Nacht in ein abgelegenes Dorf zu schicken. „Es braucht Angebote in Ballungszentren“, so Pamer. Trotzdem gibt es viele Ausflüchte, warum das nicht klappen kann und soll. Was die Gemeinden dazu sagen, lesen Sie weiter unten.<h3> Meran: „Geld nach 2 Jahren“</h3>„Für Herbst sind wir mit 50 Plätzen in 2 Containern am Bahnhof bereit“, so Stadtrat Stefan Frötscher. Für die Sicherheit wird dort ein Wachdienst nächtigen. Bisher hatte Meran 2 Trägervereine. „Es soll aber nur mehr einer sein. Die Caritas hat sich bewährt“, so Frötscher. Die Kosten sind mit 360.000 Euro beträchtlich. 60 Prozent zahle das Land. „Aber erst nach 2 Jahren“.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1044963_image" /></div> <h3> Brixen: „Kein Trägerverein“</h3>„Wir hatten letzten Winter zwar eine Immobilie, aber keinen Trägerverein – und es wird erneut die große Herausforderung, denn allen fehlen Mitarbeiter“, sagt die Brixner Stadträtin für Integration, Sara Dejakum. Alles konzentriere sich auf Bozen. „Ob ein Obdachloser nach Brixen fährt, nur um zu schlafen, ist fraglich“. Ideal wäre das Haus der Solidarität, doch das sei voll. <Rechte_Copyright></Rechte_Copyright><BR /><div class="img-embed"><embed id="1044966_image" /></div> <h3> Bruneck: „Keine Immobilie“</h3>Bruneck hat zwar ein Gebäude, wo Menschen längerfristig untergebracht werden, wenn die Gemeinde „wieder Feuerwehr spielen muss“. Man verfüge aber über keine Immobilie für Obdachlose. „Die Bezirksgemeinschaft hätte das Waldheim, doch das müsste erst umgebaut werden. Das Land ist spät mit seinen Wünschen dran“, sagt Bürgermeister Roland Griessmair.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1044969_image" /></div> <h3> Leifers: „Wenig sinnvoll“</h3>Leifers verfügt laut Giovanni Seppi über keine Immobilie für ein Winternachtquartier. „Wenn es sein muss, wollen wir das Gesamtprojekt verstehen. Die Erfahrung mit Flüchtlingen zeigt, dass sie nur in Leifers geschlafen haben, sich sonst aber nach Bozen bewegten und dies wird auch bei Obdachlosen so sein.“ Neben Bozen in Leifers ein 2. Quartier aufzubauen, sei kaum sinnvoll. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1044972_image" /></div> <h3> Bozen: „Keine Ausreden“</h3>Dass Bozen entlastet werden muss, fordert Bürgermeister Renzo Caramaschi seit langem: „Alle haben sich verpflichtet, beizutragen. Jetzt höre ich wieder Ausflüchte, doch wo ein Wille, da ist ein Weg, Unterkünfte zu finden.“ Caramaschi fordert eine zweite Anmeldestelle für die Nachtquartiere in Meran. „Sonst müssen Leute erst nach Bozen fahren, um in Meran zu schlafen.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1044975_image" /></div> <BR />jk