Die Seniorin wohnt in Thurnfeld in einer Parterre-Wohnung, am Samstagabend war sie außer Haus. Gegen 19 Uhr vernahmen die Nachbarn, die im 4-Familienhaus in einer Wohnung schräg über der Frau wohnen, „dumpfe Töne und Schläge“. Sie konnten sich den Lärm nicht erklären und sind vor die bergseitige, belebte Hausseite „und sahen, dass in der Wohnung meiner Mutter weder Licht brannte, noch ihr Auto vor dem Haus gestanden hat“, erzählt die Tochter. <BR /><BR />Schließlich ging der Nachbar zur Wohnungstür der Frau, klopfte an die Tür und rief nach ihr. Da er nichts hörte, ging er wieder in seine Wohnung. Ab da war 5 bis 10 Minuten Ruhe und plötzlich sei ein hoher, singender Ton zu hören gewesen. „Diesmal sind die Nachbarn ums Haus herum zur talseitigen Seite, wo unterm Haus die Gärten sind. Als sie ums letzte Hauseck kamen, sahen sie in 10 Meter Entfernung 2 Männer vom Balkon der Wohnung springen und einer kam dem Nachbarn mit einer grellleuchtenden Stirnlampe entgegengerannt. Worauf er eingeschüchtert in seine Wohnung lief und die Carabinieri und unsere Mutter angerufen hat“, sagt die Tochter. <BR /><BR />Daraufhin rief die Seniorin völlig aufgelöst ihre Tochter an, um sie zu bitten in ihrer Wohnung nach dem Rechten zu sehen. Diese ist dann mit ihrem Bruder zur Wohnung der Mutter. „Wir haben die Haustür aufgesperrt, aber die Tür ließ sich nicht öffnen. Erst unter Druck war dies möglich und da rollten uns Kakis entgegen. So stellten wir fest, dass die Einbrecher zuerst im Keller Obstkisten mitgenommen und hinter die Tür gestellt hatten. Die Balkontüren versuchten sie, mit großen Blumentöpfen zu blockieren, andere haben sie mit Stühlen verbarrikadiert. Damit sie im Notfall Zeit zum Flüchten haben“, erzählt die Tochter.<BR /><BR />So habe sie sich mit ihrem Bruder von Raum zu Raum vorgearbeitet. „Dann kamen wir ins Schlafzimmer und das sah aus wie ein Schlachtfeld. Auf dem Bett lagen Pickel, Steinschlegel und ein Zapin. Alle Schubladen herausgerissen und hinter dem Bett war eine Flex. Das Handwerkzeug hatten sie zuerst im Gartenhaus mitgehen lassen und sind dann über den Balkon in die Stube eingebrochen sind“, erzählt die Tochter.<BR /><BR />Sie verstanden nun auch, dass der hohe singende Ton von der Flex herrührte. „In den 5, 10 Minuten Ruhe sind die Einbrecher zum Bauer, der rund 400 Meter entfernt wohnt, haben dort die Flex samt Verlängerungskabel gestohlen und sind zurück, um den Tresor auf zuschneiden“, sagt die Tochter. Gestohlen haben sie den Schmuck der Seniorin, den sie in einer Schatulle auf der Kommode aufbewahrt hatte, sowie Dokumente. Skurriles wie beunruhigendes Detail: Die Flex war dem Bauern bereits vor einem halben Jahr gestohlen und ebenfalls für einen Einbruch benutzt worden. „Damals hat das Opfer das Werkzeug ins Internet gestellt und der Bauer hat seine Flex wiedererkannt“, sagt sie. <BR /><BR />Wie bekannt wurde, war zuvor gegen 18.30 in ein Haus im Schlossweg eingebrochen worden und im Schaffeld war es zu einem Einbruchsversuch gekommen. Die Frau hat bei den Carabinieri Anzeige erstattet. „Was so schlimm und beängstigend ist, ist, dass sich diese Leute nicht scheuen, um diese Uhrzeit solche Methoden anzuwenden“, sagt die Tochter.